Montag, 2. Juni 2003

Industriekonjunktur weiter flau

  • Aufschwung scheint noch immer nicht in Sicht

Von einer weiterhin flauen Industriekonjunktur berichtete der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Wolfgang Damianisch, am Montag. Ein Aufschwung sei noch immer nicht in Sicht, "wir krebsen bei Null herum".

In der Quartalsumfrage bei den 20 Fachverbänden drückt sich das so aus, dass in 16 Fachverbänden die Produktion im ersten Quartal 2003 stagnierte und bei 13 Fachverbänden die Auftragseingänge (auf niedrigem Niveau) gleichbleibend zum Vorquartal gemeldet wurden.

Nur zwei Fachverbände - Nichteisenmetalle und Stein/Keramik - meldeten eine steigende Auftragslage, während fünf Fachverbände sinkende Auftragseingänge erwarten. Dass bei letzteren neben Bekleidung, Metallwaren und Papierverarbeitung auch Elektro/Elektronik und der Maschinenbau zu finden sind, liegt möglicherweise in der geringen Investitionsneigung in ganz Europa, meinte Damianisch.

Für das Gesamtjahr 2003 "ist der Optimismus nicht rasend", sagte Damianisch. Er erwarte heuer "nicht einmal eine schwarze Null, eher eine rote Null". Wenn die Produktion gegenüber 2002 knapp gehalten werden könne, wäre er "durchaus zufrieden". Als einzige Branche sei die Chemische Industrie für heuer optimistisch, sie habe in ihrer Jahresvorschau ein Plus von 5 Prozent vorhergesagt.

2002 war die Industrieproduktion um 0,87 Prozent gesunken, obwohl die Produktionsmenge um 1,7 Prozent gesteigert werden konnte. Damianisch zieht daraus den Schluss, dass die Unternehmen ihre Produkte nur zu stark sinkenden Preisen absetzen konnten. Das drücke wiederum auf die Gewinne, da die Kostendynamik ungebremst sei. Die Beschäftigtenzahl in Österreichs Industrie ist im Vorjahr um 15.000 bzw. 3,1 Prozent auf 421.000 gesunken. (apa)

2.6.2003 14:38