Italien: Chaos wegen Protest der Alitalia-Flugbegleiter
- Mit Krankmeldungen Streikverbot umgangen
- Offizieller Streik am Dienstag
Chaotische Zustände herrschten auch am Montag auf den italienischen Flughäfen wegen des Streiks der Alitalia-Flugbegleiter, die um rund 400 Arbeitsplätze bangen. Mehrere Flüge mussten gestrichen werden, nachdem sich Dutzende von Flugbegleitern krank gemeldet haben. Ihr Protest gilt dem Beschluss, ab dieser Woche auf jedem Flug unter zwei Stunden nur drei statt vier Flugbegleiter zu einzusetzen.
Seit Samstag führen die Flugbegleiter ihre Protestaktion gegen Alitalia durch, die im Rahmen eines strengen Rationalisierungsplans die Personalkosten senken will. Über 100 Alitalia-Flüge wurden am Wochenende gestrichen, was heftigen Protest unter den Reisenden auslöste.
Ab Dienstag: Offizieller Streik
Die Lage könnte sich am Dienstag weiter verschlechtern, da ein vierstündiger Streik des gesamten Alitalia-Personals geplant ist. Die Regierung in Rom hat das Management von Alitalia und die Gewerkschaften für Mittwoch zu einem Treffen einberufen, um eine Lösung in dem Konflikt zu finden, der rund um die noch staatliche Airline entflammt ist.
Die Gewerkschaften kritisieren den Sanierungsplan, mit dem Alitalia-Geschäftsführer Francesco Mengozzi die Krisenphase zu bewältigen hofft. "Wir können keine weiteren Stellenkürzungen akzeptieren", betonten die Arbeitnehmerorganisationen. Im vergangenen Jahr war das Alitalia-Personal um 412 Beschäftigte auf 22.536 Personen verirngert worden.
Gegen die schwere Krise sieht der Geschäftsführer die Privatisierung und Fusionen als einzige Rettung. "Wir müssen unsere Effizienz steigern, indem wir bei gleichen Kosten mehr arbeiten. Zugleich müssen wir unsere Struktur flexibilisieren und uns mit anderen Fluggesellschaften integrieren", sagte Mengozzi. (apa)
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