Montag, 2. Juni 2003

Henin-Hardenne holt 1. Grand-Slam-Titel für Belgien

  • 6:0 und 6:4-Erfolg über Landsfrau Clijsters
  • PLUS: Alle French-Open-Endspiele von 1993 bis 2002 (Kasten)!

Justine Henin-Hardenne hat das erste belgische Endspiel bei einem Tennis-Grand-Slam-Turnier gewonnen und ihrer Freundin Kim Clijsters das schönste Geburtstagsgeschenk verwehrt. Die Wallonin gewann am Samstag, einen Tag vor Clijsters' 20. Geburtstag, das Damenfinale der French Open in Paris mit 6:0,6:4 nach nur 67 Minuten.

"Der erste Sieg bei einem Grand Slam, das ist ein großer Moment. Ich habe diesen Sieg mit meinem ganzen Herzen gewollt. Ich habe heute für meine Mama gespielt, die mir aus dem Paradies zusieht. Ich bin sicher, dass sie sehr stolz auf mich ist", sagte Justine Henin-Hardenne, deren Mutter 1994 an Krebs gestorben war. Die Belgierin ist die erste Nicht-Amerikanerin seit Mary Pierce 2000 in Paris, die wieder die Sieger-Trophäe bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in Empfang nehmen durfte.

Die Sympathie von 16.000 Zuschauern, darunter die belgische Königsfamilie und tausende Fans aus der Heimat, flog Henin-Hardenne zu, als sie den "Coupe Suzanne Lenglen" in Empfang nahm. Die 21-Jährige rückt in der kommenden Woche auf Rang drei der Weltrangliste vor. Henin-Hardenne nimmt 819.000 Euro Preisgeld aus Paris mit, für Clijsters blieb die Hälfte als gut dotiertes Trostpflaster.

"Ich bin enttäuscht, aber froh für Justine, dass sie gewonnen hat", sagte Clijsters, die eine faire Verliererin war. "Ich habe im zweiten Satz wesentlich besser gespielt, aber Justine hat mir keinen einzigen Punkt geschenkt." In sieben von zehn Vergleichen gegen ihre Freundin hatte Clijsters zuvor gewonnen.

Diesmal war sie von Beginn an auf der Verliererstraße. Henin-Hardenne spielte in ihrem zweiten Grand-Slam-Endspiel nach dem Wimbledon-Finale 2001 wie schon bei ihrem Halbfinal-Coup gegen Serena Williams: entschlossen, emotionslos, technisch unübertroffen. Clijsters wirkte bei 30 Grad Hitze geistig und körperlich müde.

(apa)

2.6.2003 19:51