Zahlreiche Tote bei Putschversuch in Mauretanien
- Angriff der Rebellen offenbar blutig niedergeschlagen
- Regierung bezeichnet Putschisten als "Saddam-Anhänger"...
Bei einem Putschversuch von Teilen der Armee sind in Mauretanien in Westafrika zahlreiche Menschen getötet worden. Der Militäraufstand wurde nach Augenzeugenberichten von regierungstreuen Truppen blutig niedergeschlagen. Am Montagabend erklärte der Präsident den Aufstand für gescheitert.
Der mauretanische Regierungssprecher teilte mit, die Regierungstruppen hätten die Lage unter Kontrolle. Die Mehrheit der aufständischen Offiziere sei festgenommen worden oder habe sich ergeben. Er räumte zugleich an, dass es noch einzelne "Widerstandsnester" der Aufständischen gebe.
Über das Schicksal von Präsident Taya gab es zunächst keine gesicherten Informationen. Britische und französische Medien meldeten, Ould Taya habe sich in die Botschaft der USA oder Frankreichs geflüchtet.
Gerüchte-Küche brodelt
Die Aufständischen wurden von Ex-Oberst Jedai Salih Ould Hanana angeführt: Die Regierung bezeichnet ihn nun nach seinem Putschversuch plötzlich als "Anhänger von Saddam Hussein". Es gibt aber keine faktische Bestätigung für die angeblichen Verbindungen in den Irak.
Ould Yaya durch Putsch an die Macht
Staatspräsident Ould Taya war in den vergangenen Monaten im eigenen Land wegen der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel und wegen seiner Zusammenarbeit mit den USA kritisiert worden. Der Offizier Ould Taya hatte sich im Dezember 1984 selbst an die Macht geputscht. Nach Einführung eines Mehrparteiensystems gewann er die Präsidentschaftswahlen von 1992 und 1997. Die Opposition boykottierte die Wahlen allerdings. In der Parlamentswahl 2001 errang seine sozialdemokratische Partei PRDS die absolute Mehrheit. Am 7. November will Taya erneut bei der Präsidentschaftswahl antreten. (apa, red)
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