Österreich schickt fünf Offiziere in den Kongo
- EU-Friedenstruppe umfasst 1400 Mann
- Bereits zweite Kongo-Mission Österreichs
Verteidigungsminister Günther Platter wird fünf Bundesheersoldaten in den Kongo entsenden. Dabei handelt es sich um Stabsoffiziere mit Führungsaufgaben in einer EU-Friedenstruppe. Im Kongo droht zwischen den Volksgruppen der Hema und der Lendu ein Völkermord, den UNO-Generalsekretär Kofi Annan mit einer Eingreiftruppe von 10.800 Mann verhindern will. Die EU beteiligt sich mit 1400 Mann.
Platter skizzierte in seinem Ministerratsvortrag den Auftrag der EU-Militäraktion unter dem Codenamen "Artemis": Den Flughafen Bunia und die Flüchtlinge sichern. Weiters den Schutz der Zivilbevölkerung, des UNO-Personals und der humanitären Helfer. Das Hauptquartier wird sich in Paris oder beim EU-Militärstab in Belgien befinden.
Der Abmarsch der Offiziere wird frühestens am 17. Juni erfolgen. Platter sagte gegenüber der Tageszeitung "Kurier": "Besonders im Hinblick auf die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist Österreichs Teilnahme an dieser zweiten Mission ein sehr wichtiges Signal."
Die "einsatzraumspezifische Vorbereitung" der Offiziere sei bereits angelaufen, erläutert Generalmajor Christian Segur-Cabanac, Operationschef der Armee. Segur-Cabanac hob besonders die wichtigen Führungspositionen in der Stabsorganisationen hervor, die für die fünf Österreicher reserviert seien.
Es ist bereits die zweite Kongo-Mission Österreichs. Die erste war die Entsendung eines 124 Mann starken Sanitätskontingents im Jahre 1960. Die Österreicher wurden damals kurz nach ihrer Landung gefangen genommen und von nigerianischen Truppen erst nach einem sechsstündigen Feuergefecht befreit. (apa, red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
