Sonntag, 8. Juni 2003

Terroranschlag auf Grenzposten in Erez

  • Drei Palästinenser und mindestens vier Israelis getötet
  • Bei weiteren Zwischenfällen drei weitere Tote

Israelische Soldaten haben am Sonntag in der Früh nach Medienberichten mindestens drei bewaffnete Palästinenser erschossen, die zuvor mehrere israelische Soldaten getötet und verletzt hatten. Die Schießerei ereignete sich nahe dem Übergang Erez zwischen dem Gazastreifen und Israel. Die palästinensischen Angreifer trugen israelische Soldatenuniformen.

Sie seien im Schutz des morgendlichen Nebels in die Nähe des Gewerbegebiets von Erez vorgedrungen, wo Tausende von Palästinensern arbeiten. Bei einem weiteren Zwischenfall bei Kissufim im Süden des Gazastreifens war Stunden zuvor ein weiterer Palästinenser von Soldaten erschossen worden.

Mindestens vier Israelis seien getötet worden, berichtete der israelische Fernsehsender "Kanal 10". Die verletzten Israelis wurden in ein Krankenhaus in Tel Aviv gebracht. Gewöhnlich passieren täglich etwa 10.000 Palästinenser den Übergang bei Erez, um in Israel arbeiten zu können. Nach israelischen Berichten hatten die Extremisten offenbar versucht, vom Norden des Gazastreifens nach Israel zu kommen, um dort einen Terroranschlag zu verüben.

Die drei radikalen Palästinensergruppen Hamas, Islamischer Dschihad und die Al-Aksa-Brigaden bekannten sich in einer gemeinsamen Erklärung zum versuchten Anschlag. Jede Organisation habe einen Täter gestellt, hieß es in einem Flugblatt. Die gemeinsame Operation sei ausgeführt worden, um die Entschlossenheit zum bewaffneten Kampf zu bekräftigen. Dieser werde "bis zum Ende der Besetzung unseres Landes und der Heiligen Stätten" fortgeführt.

Wenige Stunden zuvor hatten die drei Organisationen erklärt, dass sie nicht bereit seien, auf Angriffe gegen Israel zu verzichten.

Abbas verschiebt Treffen mit Fatah
Nach dem Anschlag auf denn israelischen Grenzposten im Gazastreifen hat der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas seine für Sonntag geplanten Beratungen mit der Fatah in Gaza verschoben. Abbas werde erst in einigen Tagen mit Vertretern der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat über die Ergebnisse der Nahost-Gipfel von Sharm el Sheikh und Akaba beraten, sagte Fatah-Funktionär Samir el Mehrawi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Weitere Gewalt in Hebron
Bei zwei Überfällen in Hebron im Westjordanland sind am Sonntag ein Israeli und zwei Palästinenser getötet worden. Nach Armeeangaben hatten in beiden Fällen Palästinenser das Feuer auf Israelis eröffnet. Dabei wurde am Vormittag ein israelischer Polizist schwer verletzt und am Nachmittag ein israelischer Soldat getötet. Beim zweiten Angriff erschossen Soldaten zwei palästinensische Angreifer. (apa, red)

8.6.2003 08:27