Samstag, 7. Juni 2003

Bus mit deutschen Soldaten in Kabul explodiert

  • Bombe soll in einem Taxi versteckt gewesen sein
  • Offiziell vier deutsche Soldaten getötet, zahlreiche Verletzte

Bei der Explosion eines Busses mit deutschen Soldaten der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) bei Kabul sind Samstag Früh mehrere deutsche Soldaten getötet worden. Nach offiziellen Angaben aus Berlin haben vier der Männer ihren ISAF-Einsatz mit dem Leben bezahlt.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler vor Ort sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit einem Auto - vermutlich einem Taxi - in die Luft.

Zehn Menschen seien schwer verletzt worden, als der mit 33 Soldaten besetzte Bus gegen 06.00 Uhr MESZ bei der Explosion von der Straße gefegt wurde. Rund zwanzig weitere Menschen hätten leichte Verletzungen erlitten, unter ihnen auch afghanische Passanten, hieß es.

Bombe in Taxi versteckt
Nach Angaben der afghanischen Polizei ist die Explosion, bei der am Samstag mehrere ISAF-Soldaten ums leben kamen, auf einen Autobomben-Anschlag zurückzuführen. Die Bombe sei in einem Taxi versteckt gewesen. "Das Taxi kann neben den Bus gefahren sein, und dann ist die Bombe hochgegangen. Es war tatsächlich ein Sabotageakt, aber es ist zu früh, jemanden dafür verantwortlich zu machen", erklärte ein Mitarbeiter des Polizeichefs.

Explosion in Nähe des ISAF-Stützpunktes
Ein AFP-Korrespondent vor Ort berichtete, der Bus sei auf der Hauptstraße nach Jalalabad etwa zwanzig Meter weit weg geschleudert und zerstört worden. Neben dem verkohlten Buswrack lagen mehrere Leichen.

An dem Straßenabschnitt liegt der ISAF-Hauptstützpunkt, in dem etwa 2.400 deutsche und niederländische Soldaten stationiert sind. Deutschland und die Niederlande haben derzeit das Kommando der 4.600 Mann starken Afghanistan-Schutztruppe inne.

Der deutsche Präsident Rau ist erschüttert über die "brutale Tat". Die Insassen des Busses waren, wie inzwischen offiziell bestätigt wurde, auf dem Heimweg. Einige von ihnen hatten ihren Dienst in Afghanistan soeben vollständig abgeleistet. (apa, red)

7.6.2003 08:06