Freitag, 6. Juni 2003

Blix kritisiert US-Geheimdienste

  • UN-Inspektor lieferte seinen letzten Bericht ab
  • Kernaussage: Im Irak gibt es keine Massenvernichtungswaffen

Das Geheimdienstmaterial über die angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein war nach Ansicht von UNO-Chefinspektor Hans Blix weitgehend unbrauchbar. Das sagte er dem britischen Sender BBC.

"Wir haben sehr zahlreiche Anlagen im Irak untersucht, die uns von Geheimdiensten genannt wurden. Und nur in Dreien davon fanden wir überhaupt etwas. Und auch das hatte nichts mit Massenvernichtungswaffen zu tun", so Blix. Dabei hätte die US- Regierung zugesagt, die besten Geheimdienstinformationen weiterzugeben. "Wenn das das Beste war, und wir haben nichts gefunden - was war dann erst mit ihren restlichen Informationen?"

Blix legte dem Weltsicherheitsrat seinen letzten Bericht vor. Dabei bekräftigte er erneut, dass sein Team bereit sei, die Kontrollen wieder aufzunehmen. Mit Blick auf die Suche britischer und amerikanischer Experten im Irak sagte er nach der Sitzung, deren internationale Glaubwürdigkeit könne nicht so hoch sein, wie die der UNO-Inspektoren. Blix geht am 30. Juni in den Ruhestand.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verteidigte unterdessen die Arbeit der US-Geheimdienste im Vorfeld des Irak-Kriegs. Die Informationen der Dienste über Massenvernichtungswaffen seien "von guter Qualität" gewesen, sagte Rumsfeld bei einer Anhörung vor dem Kongress. Auch seien die inzwischen in der Presse hinterfragten Ausführungen von US-Außenminister Colin Powell Anfang Februar vor dem UNO-Sicherheitsrat "exakt" gewesen. Powell hatte sich damals auf US-Geheimdienstinformationen bezogen. (apa, red)

6.6.2003 11:09