Donnerstag, 5. Juni 2003

Attentäterin sprengt russischen Militärbus in die Luft

  • Erste Bilanz in Südrussland: 15 Tote
  • Weitere acht Tote bei Wohnhaus-Explosion (siehe Kasten)

Eine Selbstmordattentäterin hat am Donnerstag im Kaukasus einen russischen Militärbus in die Luft gesprengt und dabei mindestens 15 Militärangehörige getötet. Der Bombenanschlag ereignete sich sich nach Armeeangaben außerhalb von Tschetschenien bei der Stadt Mosdok in der Teilrepublik Nord-Ossetien. Dort liegt der Stab des russischen Kaukasus-Kommandos für den Einsatz in Tschetschenien.

Der Bus transportierte den Angaben des russischen Innen- und Verteidigungsministeriums zufolge Piloten der russischen Luftwaffe und Zivilisten, die der Einheit angegliedert gewesen seien. "Gerade, als der Bus einen Bahnübergang überquerte, lief die Frau darauf zu und sprengte sich in die Luft", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zwölf Menschen seien verletzt worden, meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf regionale Behörden.

Nordossetien grenzt an Tschetschenien, das seit den 90er Jahren von einem blutigen Konflikt zwischen der russischen Armee und nach Unabhängigkeit strebenden Rebellen erschüttert wird. Fahrzeuge sind in der Vergangenheit bereits mehrmals Ziel von Anschlägen geworden, zuletzt am vergangenen Freitag in Grosny. Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in der tschetschenischen Hauptstadt kamen drei Menschen ums Leben. Bereits Mitte Mai hatte eine Tschetschenin bei einem Anschlag auf ein religiöses Fest 18 Menschen getötet. (APA)

5.6.2003 07:27