Jerusalems neuer Bürgermeister ist Ultra-Orthodoxer
- Mehr Spannungen zwischen säkularen und religiösen Israelis
Der ehemalige sozialdemokratische Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, war eine Institution, und berühmt weit über die Grenzen seines Landes hinaus. Nun ist er schon zehn Jahre in Pension – und auf seinen Stuhl wurde zum ersten Mal ein Orthodoxer gewählt.
Der 51-jährige Uri Lupolianski hat es mit knapper Mehrheit auf den Bürgermeister-Sessel der "Heiligen Stadt" geschafft, nachdem er die Funktion schon seit Februar inerimistisch ausgeübt hat. Der streng religiöse Lupolianski ist Vater von zwölf Kindern. Seit 1988 ist er Politiker der Partei "Vereinigtes Thora-Judentum". Stets trat er als kompromissloser Streiter für religiöse Interessen auf.
Schon in den vergangenen zehn Jahren unter Lupolianskis Vorgänger Olmert hatten sich Spannungen zwischen dem jüdischen Westen und dem immer mehr von neuen Ansiedlungen umzingelten arabischen Osten verschärft – aber auch zwischen den säkularen und religiösen Juden. Viele Säkulare haben der Stadt bereits den Rücken gekehrt.
Immerhin verspricht Lupolianski, zumindest den religiösen Status quo der Stadt zu halten: Als heilige Stadt für alle drei monotheistischen Weltreligionen, Christentum, Judentum und Islam. Er verspricht, dass die Menschen nicht nach ihrem Lebensstil, sondern nach ihren Taten beurteilt werden sollen. Zuletzt sprach der neue Bürgermeister sich sogar gegen die weitere Ansiedlung jüdischer Siedler in den besetzten Gebieten aus.
Israel hat Jerusalem einseitig zur "unteilbaren" Hauptstadt erklärt; völkerrechtlich ist die Stadt aber immer noch zum Teil besetztes Gebiet, die Hauptstadt ist laut UNO weiterhin Tel Aviv. (red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
