Dienstag, 3. Juni 2003

Masern-Epidemie in der Schweiz weitet sich aus

  • Impfempfehlung auch für Vorarlberg
  • Durchimpfungsrate ist in Westösterreich sehr hoch

Die Masern-Epidemie in der Schweiz weitet sich weiter aus. Wie das Schweizer Bundesamt für Gesundheit mitteilte sind inzwischen 486 Menschen erkrankt. Neue Fälle werden vor allem aus dem an Vorarlberg angrenzenden Kanton St. Gallen gemeldet. Laut Ärztekammer Vorarlberg ist das nur begrenzt ein Grund zur Sorge.

Im Gegensatz zu den Nachbarstaaten Schweiz und Deutschland sind in Vorarlberg rund 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft. Dennoch dürfe man die Viruserkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit noch immer jährlich zwischen 700.000 und 800.000 Menschen an den Folgen einer Masern-Erkrankung.

"Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit - als Komplikationen können Lungen- oder Hirnentzündungen auftreten", warnte der Referent der Kinder- und Jugendärzte der Ärztekammer Vorarlberg, Wolfgang Hilbe. Gefährdet seien ungeimpfte Kinder, aber auch Erwachsene, die noch nie an Masern erkrankt seien. "Je älter ein an Masern erkrankter Mensch ist, desto höher ist die Komplikationsrate", gab Hilbe zu bedenken. Zudem Stoße die moderne Medizin im Hinblick auf Virusinfektionen noch immer an ihre Grenzen. "Gegen Viruserkrankungen gibt es mit Ausnahme des Herpesvirus kaum Medikamente. Wir können in solchen Fällen den Körper unterstützen, mit dem Virus fertig zu werden", so der Kinder- und Jugendarzt. Gegen das Virus selbst sei aber noch kein Kraut gewachsen.

Impfschutz der Kinder überprüfen
Da in der Schweiz vor allem Kinder und Jugendliche betroffen sind, empfiehlt Hilbe als Referent der Ärztekammer Vorarlberg, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen und ausgebliebene Impfungen nachzuholen. Gleiches gelte für ungeimpfte Erwachsene, die in ihrer Kindheit keine Masern hatten.

Die Masernimpfung wird in Österreich zwei Mal im Leben empfohlen. Die erste Impfung ab dem 14. Lebensmonat, die zweite wird derzeit in der zweiten Klasse Volksschule - das heißt mit etwa acht Jahren - verabreicht. (apa)

3.6.2003 16:31