Soll Schüssel erster EU-Ratspräsident werden?
- Agrarkommissar Fischler: "Kanzler lässt sich nicht ködern"
Schüssel nach Brüssel? Seit einer Woche streift dieses Gerücht immer wieder durch Europas Medienlandschaft. Österreichs Agrarkommissar Franz Fischler (VP) hält davon jedoch wenig: Am Montag erklärte er, Schüssel werde "sich nicht ködern" lassen.
Fischler glaubt nicht, Schüssel werde damit seinen Widerstand gegen den von den "Großen" der EU verlangten Posten aufgeben. Vielmehr hält der Kommissar den Posten des Kommissionspräsidenten für Schüssel als "ehrenvolle" Aufgabe. Im Ö1-Interview antwortet Fischler auf die Frage, ob Schüssel ein idealer Kandidat wäre: "Was ist schon ideal?" Aber: "Dass er die Fähigkeit hat, wird niemand bestreiten."
Auch zu seiner persönlichen Zukunft nimmt Fischler Stellung: Nach fast zehn Jahren als EU-Kommissar werde er für eine weitere Funktionsperiode nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit endet Fischlers Tätigkeit in Brüssel wohl im Frühjahr 2004, wenn die aktuelle Kommission aufgrund der EU-Erweiterung vorzeitig abtreten wird.
"Spiegel" brachte Gerüchte ans Tageslicht
Das deutsche Magazin "Der Spiegel" hatte das Gerücht in seiner Ausgabe vom 26. Mai erstmals an die Öffentlichkeit gebracht. Schüssel könnte sich demnach auf die Mehrheit der Konservativen im Europäischen Parlament stützen. Außerdem wäre "nach den Brüsseler Spielregeln ein Vertreter aus der letzten Beitrittsgruppe - Schweden, Finnland, Österreich - bei der Vergabe von Spitzenpositionen an der Reihe". (apa/red)
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