Angeblich 350 Tote bei Überfall im Nordost-Kongo
- 1.400 UNO-Soldaten sollen stationiert werden
Beim Angriff einer Miliz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben einer rivalisierenden Gruppe am Wochenende 352 Zivilisten getötet worden. 2.500 Kämpfer der Volksgruppe der Lendu hätten am Samstag eine Ortschaft nahe der Stadt Bunia überfallen, sagte ein Sprecher der Partei. Das ugandesische Militär hatte zunächst von 100 Toten gesprochen.
Die Partei für die Einheit und Sicherung der Integrität des Kongo (PUSIC) vertritt einen Teil der rivalisierenden Volksgruppe der Hema. Bei dem Angriff seien die Milizen von kongolesischen Soldaten unterstützt worden. Sie hätten Granaten und automatische Waffen eingesetzt. Regierungsvertreter in Kinshasa und Sprecher der Lendu waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
In Bunia sollen noch in dieser Woche unter Führung Frankreichs bis zu 1.400 UNO-Soldaten zum Schutz der Zivilbevölkerung stationiert werden. In den vergangenen Wochen war es dort verstärkt zu Vergewaltigungen, Verstümmelungen und Kannibalismus gekommen.
Milizen der verfeindeten Stämme der Lendu und der Hema kämpfen um die Vorherrschaft in dem Gebiet. In dem seit fünf Jahren im Kongo anhaltenden Bürgerkrieg sind in der Region 50.000 Menschen getötet worden. 500.000 Menschen sind geflohen. (apa)
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