Zwist zwischen Spanien und NATO nach Absturz
- 62 Soldaten starben bei Flugzeugcrash in Türkei
- Spanien suspendierte von NATO vermittelte Charter-Verträge
Der Flugzeugabsturz vor einer Woche in der Türkei, bei dem 62 spanische Soldaten und 13 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen waren, hat einen Zwist zwischen Spanien und der NATO ausgelöst. Die spanische Regierung suspendierte am Montag bis auf weiteres die von der NATO vermittelten Verträge für Charter-Flugzeuge.
Damit zog Madrid erste Konsequenzen aus den Klagen spanischer Militärs über den angeblich schlechten Zustand der in der Ukraine oder Russland gecharterten Transportmaschinen. Ein ukrainisches Flugzeug vom Typ Jak-42, das spanische Soldaten nach einem Einsatz in Afghanistan in die Heimat zurückbringen sollte, war vor einer Woche an der türkischen Schwarzmeerküste an einem Berg zerschellt. Die Maschine war auf Vermittlung der NATO über das britische Unternehmen Chapman Freeborn gechartert worden.
Charter-Verträge gekündigt
Spaniens Ministerpräsident Aznar kam auf einer nächtlichen Krisensitzung mit Verteidigungsminister Trillo überein, die Charter-Verträge mit sofortiger Wirkung bis zur Klärung der Absturzursache auszusetzen. Falls die Untersuchungen ergeben, dass die Unglücksmaschine in einem technisch schlechten Zustand war, will Spanien nach Angaben der Zeitung "El Mundo" von der NATO und von der Ukraine Schadensersatz verlangen.
Spanische Soldaten hatten sich darüber beklagt, dass bei den Charterflugzeugen die Notausgänge nicht markiert seien, die Reifen kein Profil hätten und sogar Drähte aus Reifen heraushingen. Die NATO erklärte, dass sie als Vermittler für die Sicherheit der Maschinen nicht verantwortlich sei. Der spanische Vizeregierungschef Rajoy entgegnete: "Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass dies nicht so sein kann." (apa)
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