Nordkorea bestätigt Besitz von Atomwaffen
- Südkoreanischer Präsident: "Es gibt keine klaren Beweise"
Nordkorea hat nach US-Angaben bekräftigt, dass es Atomwaffen besitzt und weitere bauen will. Dies teilte eine US-Parlamentsdelegation am Montag nach ihrer Rückkehr aus Pjöngjang in Südkorea mit. Das Außenministerium habe zugegeben, dass sein Land bereits über Atomwaffen verfüge, sagte Delegationsleiter Weldon. Bereits im April hatten US-Vertreter von einem solchen Eingeständnis berichtet.
Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun hingegen erklärte, es gebe keine "klaren Beweise" dafür, dass Nordkorea Atomwaffen besitze. "Nordkorea hat wichtigen Leuten aus den USA gesagt, dass es Atomwaffen gebaut und nukleare Brennstäbe wieder aufgearbeitet hat. Aber Nordkorea hat das niemandem sonst bestätigt", sagte Roh.
Bestätigt sich US-Verdacht?
Auch einige Vertreter der US-Regierung hatten in der Vergangenheit den Verdacht geäußert, dass Nordkorea mit seinen Behauptungen nur Zugeständnisse der USA erzwingen wollte. Der stellvertretende US- Verteidigungsminister Wolfowitz sagte am Montag jedoch: "Das, was wir wissen, legt nahe, dass wir ihre Aussagen sehr ernst nehmen sollten." Wolfowitz war am Sonntag zu Gesprächen in Südkorea eingetroffen.
Weitere Atomwaffen sollen hergestellt werden
Der Republikaner Weldon sagte, der stellvertretende Außenminister Kim habe den Besitz von Atomwaffen eingeräumt. Kim und Außenminister Paek hätten weiter erklärt, dass Pjöngjang weitere Atomwaffen herstellen wolle und dass die dafür erforderliche Wiederaufarbeitung von 8.000 nuklearen Brennstäben beinahe abgeschlossen sei. US- Experten gehen davon aus, dass Nordkorea damit binnen weniger Monate sechs bis acht Atombomben bauen könnte.
Weldon sagte, aus Sicht der Nordkoreaner sei die Entwicklung von Atomwaffen "eine Reaktion auf das, was sie im Irak gesehen haben." Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich der Streit um das Atomprogramm friedlich lösen lasse. Das nordkoreanische Außenministerium teilte mit, der Besuch der US-Abgeordneten habe das gegenseitige Verständnis gefördert. (apa)
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