Immer mehr Frauen trinken Alkohol
- Frauen mit anderem Suchtverhalten als Männer
- Frauen setzen Alkohol als "Medikament" ein
Der Alkoholismus bei Frauen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verstärkt. "Gab es früher eine Relation von alkoholkranken Männern zu Frauen von 4:1, liegt dieses Verhältnis laut jüngsten Erhebungen bereits bei 3:1", warnte Prim. Rudolf Mader. "330.000 Österreicher sind alkoholkrank. Ein Viertel davon sind Frauen. Das sind rund 82.000 Betroffene", so Mader.
Offenbar zum richtigen Zeitpunkt eröffnet am Donnerstag das Anton-Proksch-Institut (API) in Kalksburg seine neue Frauenstation mit 66 Betten. API betreut pro Jahr rund 2.400 Patienten stationär und rund 8.500 ambulant. Sie ist damit die größte Suchtklinik Europas.
Alkoholikerinnen: Höheres Durchschnittsalter
"Alkoholkranke Frauen sind mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren bei der Aufnahme bei uns um sieben Jahre älter als Männer. 25 Prozent haben Matura oder Hochschulabschluss. Die pathologische Trinkdauer bis zur Behandlung beträgt bei Frauen rund zehn Jahre und ist damit im Vergleich zu den 15 Jahren bei den Männern um ein Drittel kürzer", sagte Dr. Senta Feselmayer, Leiterin der Psychologischen Abteilung an dem Institut.
Frauen trinken zumeist anders als Männer, auch wenn sie sich offenbar zunehmend ein negatives Beispiel an diesen nehmen, so Feselmayer: "Sie setzen den Alkohol mehr als 'Medikment' ein. Sie steigen später ein, haben aber auch rascher gesundheitliche Probleme." Oft stecken Angststörungen, Depressionen, Schmerzen und/oder Kindheits-Traumen hinter dem vergleichsweise schnellen Rutsch in die Abhängigkeit. Deshalb müssten auch diese Störungen gemeinsam mit der Sucht behandelt werden. (apa)
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