Dienstag, 3. Juni 2003

Jeder 3. fuhr früher los, 70% kamen zu spät ins Büro

  • Kein Chaos auf der Straße, aber "Stau" am Radweg
  • PLUS: MEINUNG posten / Streik-BILDER / BLITZ-NEWS (Kasten)

Wie gingen die Autofahrer mit dem drohenden Chaos um? Waren sie früher oder später im Büro? Wie schon am 6. Mai - als die Öffis bis kurz vor Mittag still standen - machte der ARBÖ eine Umfrage unter Wiener Autolenkern. Ergebnis: Jeder 3. fuhr früher los. 8% stiegen später ins Auto. 62% klemmten sich zur selben Zeit wie an "normalen" Tagen hinters Lenkrad. Der Großteil benötigte länger zum Arbeitsplatz als sonst - es gab bis zu drei Stunden Verspätung. Trotzdem: Der Stau auf den Straßen blieb zumeist aus, dafür gab´s "Stau" auf den Radwegen.

Bis zu drei Stunden zu spät im Büro
Laut ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz wurden "Hunderte" Autofahrer befragt. Die Flexibilität reichte von 30 Minuten bis zu zweieinhalb Stunden frühere Abfahrtszeiten.

Im Schnitt setzten sich die Autolenker um eine Stunde früher in ihren Wagen. Das Gros - 70 Prozent - benötigte länger an den Arbeits- oder Streikplatz. Die Verspätungen betrugen laut der ARBÖ-Sprecherin eine halbe bis drei Stunden. Lediglich 23 Prozent benötigten genauso lange wie immer an den Arbeitsplatz, nur sieben Prozent waren sogar schneller.

Fahrgemeinschaften & Mitfahrbörsen
Nur 13 Prozent der Befragten hatten eine solche auf die Beine gestellt, alle anderen waren entweder alleine oder mit den selben Beifahrern wie an jedem anderen Werktag unterwegs. Ähnliche Erfahrungen machte der ARBÖ bei seiner Mitfahrbörse. Ninz: "Bei uns haben sich viele gemeldet, die eine Mitfahrgelegenheit suchten. Aber es gab nur wenige Lenker."

27% stiegen von Öffis aufs Privat-Auto um!
Noch ein Detail: 27 Prozent der Lenker sind von "Öffis" auf den Pkw umgestiegen.

Kein Chaos auf der Straße - aber Stau am Radweg
Viele der "Streik-Radler" hatten zwar nicht viel Ahnung vom Wiener Radwegnetz, aber durch die Masse der Radfahrer löste sich dieses Problem von selbst. Viele Fußgänger mussten auf die Straßenbahnschienen ausweichen, die ohnehin nicht benutzt wurden.

Ausgestorbene Durchgänge, heruntergezogene Rollläden und Imbissstände ohne Kundschaft dominierten die ansonsten so überfüllten Knotenpunkte der Wiener Öffis. Die Stationen Karlsplatz und Schottenring, wirkten am Dienstagvormittag wie Geisterstädte.

(APA/red)

3.6.2003 11:10