Montag, 26. Mai 2003

Telecom Italia fusioniert mit Olivetti

  • Schuldenlast soll um zehn Mrd. Euro reduziert werden

Die Aktionäre der Telecom Italia haben der geplanten Fusion der Gesellschaft mit Olivetti zugestimmt. Der Beschluss wurde bei der Hauptversammlung des Unternehmens von über 92 Prozent der stimmberechtigten Aktionäre, die über 65 Prozent der Anteile halten, unterstützt. Die Fusion soll vor allem die Eigentümerstruktur des Unternehmens vereinfachen. Olivetti hielt bereits 55 Prozent der Anteile an der TI.

Die Verschmelzung der beiden Unternehmen soll durch einen Aktientausch abgewickelt werden. TI-Aktionären werden demnach sieben Olivetti-Aktien für eine TI-Aktie erhalten. Der Deal wurde von einigen ausländischen Investoren heftig bekämpft. Sie befürchten, dass durch die Übernahme der TI die Assets der Gesellschaft zu Olivetti verschoben werden und wollten die Fusion vor Gericht bekämpfen. TI-Präsident Tronchetti Provera verteidigte dagegen den Merger. "Die Fusion ist im Interesse aller", so Provera.

Schuldenlast reduzieren
TI will sich nun vor allem auf die Reduktion ihrer 44,8 Mrd. Euro großen Schuldenlast konzentrieren. So plant das Unternehmen den Verkauf seiner Anteile an dem Verlag Seat Pagine Galle, dem Herausgeber der Gelben Seiten in Italien, an dem die Telko 56 Prozent hält. Daneben sollen Immobilien und der Anteil an der Telekom Austria abgestoßen werden. Das Unternehmen will so seine Schulden bis 2004 auf 34,3 Mrd. Euro verringern.

Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 17 Mrd. Euro. Der operative Gewinn wird von der TI mit 4,04 Mrd. Euro angegeben. Nach dem Abzug von Steuern und außergewöhnlichen Ausgaben verwandelt sich dieser allerdings in einen Nettoverlust von 1,65 Mrd. Euro. (pte/red)

Weitere Informationen:

  • Telecom Italia-Website

    26.5.2003 13:03