Samstag, 31. Mai 2003

G-8-Gipfel: Bush sieht gute Beziehungen zu Chirac

  • Bush zeigt sich zufrieden mit Ergebnissen des Gipfels
  • Neue Gewaltakte in Genfer Innenstadt

US-Präsident Bush hat sein Verhältnis zum französischen Präsidenten Chirac als gut bezeichnet. "Wir können Meinungsverschiedenheiten haben, das heißt aber nicht, dass wir nicht anständig miteinander umgehen", sagte er am Montag vor einem bilateralen Gespräch mit Chirac am Rande des G-8-Gipfels in Evian.

In der Irak-Krise hätten beide ihre Positionen sehr deutlich gemacht. "Gerade deswegen kann ich sagen, dass wir gute Beziehungen haben, weil wir sehr ehrlich sind", sagte Bush. Zu Beginn des mit Spannung erwarteten Treffens am Rande des G-8-Gipfels von Evian bekräftigten beide Staatschefs ihren Willen zur Zusammenarbeit. Es war das erste Vier-Augen-Gespräch bei beiden Präsidenten seit ihrem Zerwürfnis über den Irak-Krieg.

Bush dankte dem französischen Präsidenten ausdrücklich für die Kooperation bei den Verhandlungen über die neue Irak-Resolution im UNO-Sicherheitsrat. Bush betonte, er werde Chirac wegen des Nahost- Friedensprozesses um seinen Rat fragen. Er selbst sei zuversichtlich, dass dieser Prozess vorankommen werde, sagte der US-Präsident, der am Nachmittag in den Nahen Osten reisen sollte. Chirac sagte, er wünsche seinem US-Amtskollegen "aufrichtig" Erfolg zu den bevorstehenden Nahost-Gesprächen.

Der US-Präsident zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des G-8-Gipfels. Er habe auf eine fruchtbare Zusammenarbeit etwa beim Kampf gegen den internationalen Terrorismus und gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen gehofft. "Soweit ich das sehe, sind die Erwartungen erfüllt worden." Der französische Präsident unterstrich, vom G-8-Gipfel sei die Botschaft des Vertrauens in die Weltwirtschaft ausgegangen. Es gebe die gemeinsame Überzeugung, dass die Konjunktur wieder zu einem kräftigen Wachstum zurückfinde.

Neue Gewaltakte
In der Nacht auf Montag ist es in der Genfer Innenstadt zu neuen Gewaltakten am Rande der Anti-G-8-Aktionen gekommen. Im Geschäftsviertel um die Rue du Rhone wurden Schaufenster eingeschlagen, Geschäfte wurden geplündert. Die Polizei griff die Krawallmacher wiederholt an.

Die Polizei setzte Tränengas ein. Beschädigt wurden auch mindestens drei Busstationen. Die mehreren Dutzend Krawallmacher zogen im Stadtzemtrum umher.

Zuvor war ein starkes Polizeiaufgebot am Sonntagabend in die Usine, das Zentrum der Genfer Alternativen, eingedrungen. Dabei kam es zu Festnahmen. Zu Beginn des Polizeieinsatzes waren auch zwei Wasserwerfer-Fahrzeuge aufgefahren, die sich aber nach kurzer Zeit wieder zurückzogen. Die Polizei vermutet, dass sich in der Usine einige Drahtzieher der Aktionen rund um die Anti-G-8-Grossdemo vom Wochenende versteckt hielten. (apa)

31.5.2003 10:51