Microsoft und AOL Time Warner begraben Kriegsbeil
Der erbitterte Streit zwischen dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft und dem globalen Medien- Branchenführer AOL Time Warner ist überraschend mit einem außergerichtlichen Vergleich beendet worden.
Microsoft zahlt dem weltgrößten Medien- und Onlineunternehmen AOL Time Warner als Teil des Vergleichs zur Beilegung der Netscape- Kartellrechtsklage 750 Mio. Dollar (639 Mill. Euro). Dies gaben die beiden Unternehmen am Donnerstag bekannt.
Das Softwareunternehmen wird AOL Time Warner als Teil des Vergleichs auch eine kostenlose siebenjährige Lizenz für die Microsoft-Browser- Technologie sowie schnelleren Zugang zu neuen Windows-Versionen geben. Windows wird in mehr als 90 Prozent aller Computer verwendet. Außerdem wollen die beiden Großkonzerne darauf hin arbeiten, die rasant wachsenden Instant-Messaging-Produkte ihrer Onlinedienste AOL und MSN von Microsoft kompatibel zu machen.
Sie wollen aber auch vor allem bei der Entwicklung von Technologien kooperieren, die den Diebstahl von Videos, Musik und anderem urheberrechtlich geschütztem Material auf dem Internet verhindern. Das Piratentum von Musik ist eines der Hauptprobleme für die Musik- und Medienfirmen auf dem Internet und verhinderte bisher die rasche Einführung des Online-Vertriebs von Filmen und Videos.
Die Beilegung des Gerichtsstreits bringt für die hoch verschuldete AOL Time Warner eine hochwillkommene Geldspritze. Konzernchef Richard Parsons hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulden von mehr als 26 Mrd. auf 20 Mrd. Dollar zu reduzieren. Er plant bereits den Verkauf mehrerer Geschäftsbereiche.
(apa)
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