Mittwoch, 28. Mai 2003

Laut "Format" zwei Offerte für Ankerbrot

  • Millionär Ostendorf hat bereits ein Offert vorgelegt

Im Übernahmepoker um die Wiener Traditionsbäckerei ist nun der deutsche Millionär Klaus Ostendorf, früherer Miteigentümer der Großbäckerei Wendeln, die heute zur Kamps-Gruppe zählt, als neuer Interessent aufgetreten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner jüngsten Ausgabe.

Ostenhof habe neben der Münchner Investmentgruppe Orlando bereits ein Offert für Ankerbrot vorgelegt, heißt es. Daneben rittern die oberösterreichische Artax-Gruppe und die britische Finanzgruppe Klesch & Company um Ankerbrot.

Ostenhof würde 10 Mio. Euro bei Ankerbrot einschießen. Gleichzeitig verlange er einen gerichtlichen Ausgleich noch im Sommer, dessen Finanzierung die Banken mit 6 Mio. Euro sicherstellen sollten. Zudem wolle er 60 Prozent Nachlass auf die 34,5 Mio. Euro Bankverbindlichkeiten. Ein Kaufpreis für Müller sei im Anbot nicht vorgesehen, zitiert "Format" aus dem vorliegenden Offert.

Orlando strebe eine Insolvenz von Ankerbrot an und verspreche einen Kapitaleinschuss von 8 Mio. Euro - bei 50 Prozent Forderungsverzicht durch die Kreditinstitute sowie Zins- und Tilgungsfreistellung bis Dezember 2003, heißt es. Zusätzlich biete Orlando an, über ein Verlustbeteiligungsmodell der Anlagenfirma Kapital & Wert noch einem 9 Mio. Euro aufbringen zu wollen.

Den Banken sollen beide Vorstellungen zu unattraktiv sein, zumal auch eine Austro-Lösung bevorzugt werde. Damit seien die Karten für die heimische Artax, die aus dem früheren Milch- und Fleischkonzern AMF hervorging, derzeit am besten, so das Magazin. Artax-Chef Walter Mayer wolle jedenfalls "zügig verhandeln" und locke mit einer Offensivstrategie, ohne einen Ausgleich von vornherein zu verlangen. Sein Plan sehe vor, mit Ankerbrot in Tschechien und der Slowakei zu expandieren.

Insider schließen laut "Format" auch eine Zerschlagung von Ankerbrot in den Filialbereich, die Produktion und das Zuliefergeschäft nicht aus. (apa)

28.5.2003 23:13