Mittwoch, 28. Mai 2003

Große Qualitätsunterschiede bei Kreditkarten

  • Informationsdefizite vorallem bei der Monatsrechnung
  • 'Wechselkursgestaltung' wird weidlich ausgenützt

Jeder fünfte Österreicher hat eine Kreditkarte. Die von den Betreibern angebotenen Leistungen können mitunter recht erheblich voneinander abweichen. Das hat die Zeitschrift "Konsument" des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in einem aktuellen Vergleich (Heft 6/2003) festgestellt.

Unterschiede orten die Konsumentenschützer insbesondere beim Ausmaß des mit angebotenen Versicherungsschutzes sowie bei der Informationsqualität. Nur bei einer Karte sei klar ersichtlich, zu welchem Wechselkurs umgerechnet wurde, stellten die Tester fest.

MasterCard erhielt das Test-Urteil "gut", Diners Club und Visa wurden als "durchschnittlich" bewertet, während American ExpressCard im Test als "weniger zufriedenstellend" eingestuft wurde. Daran ist nicht zuletzt die Informationsarbeit schuld: Auf schriftliche Anfragen habe "AmEx" nicht reagiert, die Telefon-Hotline habe wiederholt eine falsche, weil auf den deutschen Markt gemünzte Auskunft, erteilt. Für Inhaber österreichischer Karten fällt im Ausland nämlich eine doppelte so hohe Gebühr an wie in Deutschland.

Die meisten getesteten Kartenanbieter weisen Informationsdefizite bei der Monatsrechnung auf, stellten die Verbraucherschützer fest. So sei etwa der Kurs für im Ausland bezahlte Beträge nicht angeführt. Lediglich MasterCard weise den verwendeten Wechselkurs deutlich aus, zudem gebe es hier im Internet (http://www.europay.at) die Möglichkeit, den jeweiligen Kurs rückwirkend festzustellen.

"Generell haben Kreditkartenunternehmen bei der 'Kursgestaltung' weitgehend freie Hand, und das dürfte auch weidlich ausgenützt werden", schreibt das Magazin. So habe sich bei einer Stichprobe zwischen zwei Anbietern bei der Umrechnung von 100.000 Forint (407 Euro) bereits eine Differenz von 9 Euro ergeben. Verbraucher würden sich öfters über "freihändige" Kurse beschweren. (APA)

28.5.2003 09:15