Montag, 26. Mai 2003

Artax will Ankerbrot mehrheitlich übernehmen

  • Ausgleich oder gar Konkurs von Ankerbrot stehen im Raum

Die oberösterreichische Beteiligungsholding Artax AG, ein Nachfolgeunternehmen des vor fünf Jahren zerlegten Milch- und Fleischriesen AMF, bestätigte ihr "Interesse an Ankerbrot". Derzeit werden "die Ziffern geprüft". Das marode Backwaren-Unternehmen könnte vor dem Ausgleich stehen.

Für Details zur möglichen Übernahme sei es auf jeden Fall noch zu früh, sagte Artax-Vorstand Walter Mayer.

"Eigentlich wissen wir gar nicht, wie wir ins Gerede gekommen sind", zeigte sich Mayer verwundert. Es ehre ihn aber, "als Favorit gehandelt zu werden". Wenn auch die Gespräche noch in einem "sehr frühen Stadium" seien, so scheint der Übernahmeplan dennoch schon weit gereift zu sein: Finanziert werden soll der mehrheitliche Kauf über eine Anleihe, die mit einer Laufzeit von 7 bis 10 Jahren im Herbst dieses Jahres begeben werden könnte.

Das Volumen sollte bei 50 Mio. Euro liegen, wovon 25 bis 30 Mio. Euro für die Expansionspläne der Artax reserviert seien. Der Rest - also 20 bis 25 Mio. Euro - könnten in die Akquisition von Ankerbrot fließen.

Marodes Unternehmen
Das marode Wiener Backwarenunternehmen soll ein eigenes Geschäftsfeld mit eigenen Investitionen und eigenem Management darstellen, betonte Mayer. So soll "langfristig eine Sanierung erarbeitet werden". Als eines der großen Probleme bei Ankerbrot sieht Mayer das Exportgeschäft, das bisher zu sehr vernachlässigt worden sein.

Ob ein möglicher Ausgleich oder sogar Konkurs von Ankerbrot noch abgewartet werde, dazu hieß es heute: "Kein Kommentar." Als Kunde von Ankerbrot für Backmischungen dürfte die oberösterreichische Gruppe aber von Zahlungsausständen seitens Ankerbrot betroffen sein. (apa)

26.5.2003 15:17