Montag, 26. Mai 2003

Private Vorsorge: Unseriöse Keiler erleben Hochsaison!

  • Arbeiterkammer warnt vor übereilten Unterschriften

Die Verunsicherung, wie es mit den Pensionen weitergehen soll, veranlasst immer mehr Menschen in Österreich dazu, sich Gedanken über private Vorsorge zu machen. Die negative Folge: Banken, Versicherungen, Strukturvertriebe wittern das große Geld. Nicht vergleichbare Produkte und unseriöse Beratung machen den Konsumenten zu schaffen. Daher informieren die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich über Vor- und Nachteile der privaten Vorsorge.

Neue Mitarbeiter der Finanzberater werden nicht selten ohne entsprechende Qualifikation auf Tour geschickt. Mit unseriösen Methoden wird versucht, an das Geld der Konsumenten zu kommen.

Leistbar?
Thomas Grünberger, AKNÖ-Konsumentenschützer, weiß aus zahlreichen Gesprächen mit Konsumenten, dass private Vorsorge für Menschen mit einem durchschnittlichen Einkommen nur schwer leistbar ist. Daher lautet sein Ratschlag: "Klären Sie im Vorhinein ab, ob Sie sich die private Vorsorge überhaupt leisten können."

Nach Meinung des AK-Experten ist es umso wichtiger, dass man es mit einem seriösen Berater zu tun hat. Denn ein solcher hat nicht nur seine Provision im Auge, sondern fragt zuerst nach der Finanz- und Lebenssituation, nach den Anlagezielen und der Risikobereitschaft.

Tipps für Konsumenten

  • Pensionsantritt ohne Schulden: Nehmen Sie für Ihre Altersvorsorge keinen Kredit auf und überziehen Sie Ihr Konto nicht.
  • Erstellen Sie einen Haushaltsplan als ersten Schritt zur Situations- und Bedarfsanalyse: Stellen Sie darin Einkommen und Ausgaben gegenüber und überlegen Sie, was wollen und - was können Sie sich leisten. Vergessen Sie nicht auf die Geldreserve für etwaige Notsituationen!
  • Machen Sie sich vertraut mit den Produkten.
  • Lassen Sie sich auf keinen Fall vom Berater drängen!
  • Nehmen Sie Zeugen mit und bewahren Sie Unterlagen, Antragskopie und Beratungsprotokoll gut auf. Führen Sie selbst ein Gesprächsprotokoll.
  • Unterschreiben Sie Verträge nie sofort und auf keinen Fall eine Vollmacht!
  • Holen Sie mehrere Angebote ein und prüfen Sie diese!
  • Verlangen Sie eine Kostenaufstellung.
  • Lösen Sie niemals laufende mittel- und langfristigen Verträge (z.B. Bausparer, Lebensversicherungen) einfach auf! Man kann diese Verträge auch ohne Verluste "ruhend stellen".
  • Schließen Sie maximal auf Mindestlaufzeit (10 Jahre) ab und überlegen Sie zeitgerecht (vor Ablauf!) eine mögliche Verlängerung.

    Woran Sie unseriöse Berater erkennen
  • Vorsicht ist geboten bei telefonischer Anwerbung.
  • angebliche Bestangebote,
  • andere Vorsorgeprodukte sollen aufgelöst werden.
  • Sofortige Unterschrift, Vollmacht
  • Hohe Renditeversprechen und Blenden mit angeblicher
    Vergangenheits-Rendite
    (red)

    26.5.2003 09:37