Montag, 26. Mai 2003

Milliardenverluste und Entlassungen drohen bei Airlines

  • Singapur Airlines und Lufthansa kämpfen mit Roten Zahlen
  • British Airways plant Übernahme von Virgin Atlantic

Als Folge der Asien-Angst vor der Lungenkrankheit SARS leiden die ohnehin krisen-anfälligen Luftlinien weiter. So drohen der Singapur-Airlines Milliarden-Verluste und - erstmals - Stellenverluste. Gewerkschafter der deutschen Lufthansa rechnen ebenfalls mit Verlusten. Swiss entlässt ein Drittel der Belegschaft. Nur die British Airways expandiert und will den widerspenstigen Konkurrenten Virgin Atlantic schlucken.

Singapur-Airlines droht Milliardenverlust
Die asiatische Fluggesellschaft Singapur Airlines sieht sich mit einem Rekordverlust von rund einer Milliarde US-Dollar bedroht. Erstmals in ihrer Geschichte plant die Linie einen großen Stellenabbau. Selbst der Ministerpräsident des Landes spricht von einem "Notfall". Als Ausweg werden Einsparungs-Maßnahmen bei den Piloten kolportiert. Die allerdings erst akzeptiert werden müssen.

Lufthansa-Betriebsrat fürchtet Entlassungen
Auch der Gesamtbetriebsrat der deutschen Lufthansa rechnet mit einem Stellenabbau. "Wir sind realistisch und gehen in Gedanken bereits damit um, dass die Lufthansa verkleinert werden wird", sagt der Vorsitzende des Betriebsrats, Wolf Liebetrau. Er forderte vom Konzernvorstand Gespräche über die Lage. Das Unternehmen wies die Vermutungen allerings zurück. Die Lufthansa beschäftigt weltweit etwa 95.000 Mitarbeiter.

Swiss entlässt ein Drittel
Bei der Schweizerischen Airline Swiss International wird an einem neuen Geschäftsplan gefeilt. Am 22. Juni soll der Verwaltungsrat entscheiden, für den 23. Juni ist die Veröffentlichung angesetzt. Ein Drittel der derzeit rund 9.000 Mitarbeiter soll dem Vernehmen nach gekündigt werden.

British Airways prüft Kauf von Virgin Atlantic
Nur in der britischen Luftfahrtbranche gibt es Anzeichen von Konsoldierungen. Die British Airways plant laut einem Zeitungsbericht sogar, den Konkurrenten Virgin Atlantic zu übernehmen. Aber auch andere Abwehrmaßnahmen werden in eienr kurzfristig einberufenen Sitzung besprochen. Umgekehrt hat Virgin nämlich kein Interesse, sich aufkaufen zu lassen. (ah)

26.5.2003 09:00