Sonntag, 1. Juni 2003

Umweltdrama: Drei-Schluchten-Damm in China

  • Eine Dreiviertel-Million Menschen zwangs-umgesiedelt

Die Schleusentore des Drei-Schluchten-Dammes in Zentralchina sind am Sonntag erfolgreich geschlossen worden. Der Wasserpegel des Jangtse-Stromes sei bis zum Vormittag um 28 Meter gestiegen, berichtete ein Sprecher des Projektes nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. 19 der 22 Durchflussröhren an der Unterseite des Dammes seien seit Mitternacht gesperrt worden.

Für das geplante größte Wasserkraftwerk der Welt, das im Jahr 2009 fertiggestellt sein soll, bildet sich ein 660 Kilometer langer See zwischen Sandouping in der Provinz Hubei und der Metropole Chongqing (Tschungking). In den nächsten zwei Wochen wird der Wasserstand noch um weitere 29 Meter auf 135 Meter über dem Meeresspiegel steigen.

Eine Dreiviertel-Million Menschen zwangs-umgesiedelt
Mehr als 720.000 Menschen haben dem Reservoir bereits Platz machen müssen und sind aus den tiefer liegenden Gebieten umgesiedelt worden. Weitere 400.000 Menschen müssen noch folgen. Das gigantische Projekt ist gerade wegen dieser Umsiedlung, aber auch wegen der hohen Kosten, der befürchteten Umweltschäden und Wasserverschmutzung sowie einer möglichen Verschlickung des Reservoirs umstritten.

(apa)

1.6.2003 11:19