Bernsteinzimmer in St. Petersburg wieder eröffnet
Nach mehr als zwei Jahrzehnten der Rekonstruktion erstrahlt das legendäre Bernsteinzimmer wieder in altem Glanz. Der russische Präsident Wladimir Putin und der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder übergaben das neue Prachtkabinetts im Katharinenpalast bei St. Petersburg am Samstag aus Anlass der 300-Jahr-Feier der einstigen Zarenhauptstadt der Öffentlichkeit.
An der Zeremonie nahmen auch ihre Ehefrauen Ljudmila Putina und Doris Schröder-Köpf sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi teil. Das "Achte Weltwunder", wie das Bernsteinzimmer seinerzeit genannt wurde, war ein Geschenk des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren und Stadtgründer Peter den Großen im Jahr 1716. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist es verschollen.
Dutzende Spezialisten, Künstler und Handwerker waren seit 1979 mit der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers im Palast von Zarskoje Selo bei Petersburg beschäftigt. Dabei verarbeiteten sie fast sechs Tonnen des fossilen Harzes und füllten eine Fläche von zehn mal zehn Metern mit einer halben Million kunstvoll gefertigter Bernstein-Elemente. Immer wieder gerieten die Arbeiten ins Stocken, oft weil das Geld ausging. 1999 sponserte die Ruhrgas AG schließlich das Projekt mit 3,5 Millionen Dollar (2,96 Mio. Euro), und es ging zügig voran. Insgesamt verschlang die Rekonstruktion der "teuersten Tapete der Welt" 11,5 Millionen Dollar (9,73 Mio. Euro).
Um das echte Bernsteinzimmer ranken sich zahllose Legenden. Während des Zweiten Weltkriegs bauten deutsche Soldaten das Zimmer 1941 ab und brachten es in das damals deutsche Königsberg, das heutige Kaliningrad. Dort verlor sich seine Spur. Als die russische Armee 1945 in Königsberg einmarschierte, war das Kunstwerk von unschätzbarem Wert verschwunden. (apa)
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