Warnschüsse auf nordkoreanische Boote
- Fischerboote in südkoreanischen Gewässern
Zwischen Nordkorea und Südkorea drohen neue Spannungen. Nach dem erneuten Eindringen von nordkoreanischen Fischerbooten in Südkoreas Gewässer im Gelben Meer habe die südkoreanische Marine am Sonntag Warnschüsse gefeuert, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.
Der Zwischenfall ereignete sich danach an der umstrittenen Seegrenze vor der Westküste der Halbinsel. Der stellvertretende US- Verteidigungsminister Paul Wolfowitz rief unterdessen die Staatengemeinschaft zur Geschlossenheit im Umgang mit Nordkorea und dessen umstrittenem Atomprogramm auf.
Nordkorea sei "voll und ganz verantwortlich für jedwede Verletzung der nördlichen Grenzlinie durch nordkoreanische Boote", hieß es aus Seoul. Die nordkoreanischen Boote hätten sich trotz Warnungen über Lautsprecher zunächst nicht zurückgezogen, hieß es. Zuerst seien drei Boote über die Grenzlinie vor der Westküste unweit der Insel Yonpyong gefahren. Südkoreas Marine hätte weitere Schusssalven abgegeben, nachdem andere Boote gefolgt seien. Die Boote seien schließlich nach Nordkorea zurückgekehrt.
Sechste Grenzverletzung in einer Woche
Es war das sechste Mal in sieben Tagen, dass sich Fischkutter aus Nordkorea in Südkoreas Gewässer aufhielten. Das Gebiet gilt als fischreich. Im Juni ist Hochsaison für den Krabbenfang. Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun hatte die betroffenen Behörden am Donnerstag angewiesen, dafür zu sorgen, dass es nicht zu Zusammenstößen zwischen Kriegsschiffen beider Länder kommt. An der Grenzlinie kam es 1999 und 2002 zu blutigen Seegefechten zwischen beiden Koreas.
Nordkorea hatte seinerseits am vergangenen Mittwoch Südkorea beschuldigt, wiederholt Kriegsschiffe über die Seegrenze geschickt zu haben. Zugleich wurde Südkorea vor "unwiderruflichen ernsten Konsequenzen" gewarnt.
US-Vizeverteidigungsminister Wolfowitz besuchte am Sonntag die an der Grenze zu Nordkorea stationierten US-Truppen in Camp Greaves. Rund 37.000 US-Soldaten sind in Südkorea stationiert. Zuvor hatte Wolfowitz bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur das Atomprogramm Nordkoreas als größte Bedrohung des regionalen Friedens bezeichnet und Japan, Russland, China und Südkorea zu diplomatischem Druck auf Pjöngjang aufgerufen.
(apa)
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