Operiertes Waisenkind auf dem Weg der Besserung
- Noch zwei Wochen Behandlungen in Österreich
- Erneut schweres Nachbeben im Gebiet um Algier (siehe Kasten)
·Algerien
Drittes Nachbeben erschüttert Algier
Jenes elfjährige algerische Waisenmädchen, das bei der Erdbebenkatastrophe beide Arme verloren hat und gestern, Donnerstag, im Krankenhaus der Barmherzigen in Salzburg vier Stunden operiert worden war, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Ilhem Bouchakour rede bereits, weine nicht und sei sehr tapfer, berichtete Oberärztin Sabine Gruber.
Derzeit befindet sich die Kleine zur Überwachung noch auf der Intensivstation, wird aber am Freitag Nachmittag auf die allgemeine Station der Plastischen Chirurgie verlegt. Dort wird sich eine algerische Sozialarbeiterin weiterhin um das Mädchen kümmern. Die Betreuerin bleibt fast immer im Zimmer der Elfjährigen - nur zum Schlafen begibt sie sich ins Gästezimmer des Konvents.
Die Barmherzigen Brüder, die dafür ebenfalls die Kosten übernehmen, werden auch eine Kinderpsychologin beiziehen, die sich um das Waisenkind intensiv kümmern soll, so die Oberärztin.
Nächste Woche wird nochmals eine Operation durchgeführt: Bei der Wunde an der Stirn wird ein Expander eingesetzt, damit alles schön verheilt. Was die Armprothesen betrifft, so muss zunächst der Heilungsprozess der Stumpen abgewartet werden.
Sonntag kommt die algerische Botschafterin nach Salzburg, und dann wird besprochen, was nach dem mindestens 14-tägigen Aufenthalt mit Ilhem passiert. Sie soll wieder nach Algerien zurückkehren und eventuell bei ihrem Onkel untergebracht werden, wo sich auch ihr kleiner Bruder befindet.
Bei dem Erdbeben hat das Mädchen seinen Vater, einen Feuerwehrmann, seine Mutter, den Großvater sowie mehrere Geschwister verloren. Ein kleiner Bruder, der ebenfalls Verletzungen erlitten hatte, wurde von einem Onkel aufgenommen.
(apa)
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