Im Kongo 50.000 Menschen auf der Flucht
- Massaker an Frauen und Kindern

Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Stadt Bunia hat im Osten der Demokratischen Republik Kongo eine große Flüchtlingswelle eingesetzt. Allein in den vergangenen Tagen seien bis zu 50.000 Menschen geflohen, hieß es in einer Aussendung des UNO- Kinderhilfswerks UNICEF. Immer mehr Menschen erreichten jetzt die Dörfer bei der südlich von Bunia gelegenen Stadt Beni.
Der Leiter von UNICEF Kongo, Gianfranco Rotigliano, berichtete am Mittwoch aus der Krisenregion: "Viele Flüchtlinge mussten alles zurücklassen und sind nur mit dem unterwegs, was sie am Leib tragen. Diese Familien brauchen dringend jede Hilfe, die wir mobilisieren können".
UNICEF zeigte sich besonders wegen der Situation der vielen mangelernährten Kinder unter den Flüchtlingen besorgt. Viele von ihnen haben seit Tagen keine Nahrung erhalten. Viele Kinder aus Bunia und Umgebung haben zudem in den vergangenen Tagen miterleben müssen, wie Familienmitglieder oder Nachbarn getötet oder verletzt wurden. "Die humanitäre Situation ist katastrophal", schilderte Johannes Wedenig, der als österreichischer UNICEF-Mitarbeiter die Nothilfe für die Kinder in der Provinz Ituri koordiniert.
Massaker an Frauen und Kindern
"Die Zeugnisse von Frauen und Kindern, die Massakern entflohen sind, sind bedrückend und wir wissen nur einen Bruchteil dessen, was hinter den Frontlinien passiert." In den Flüchtlingslagern wächst außerdem die Gefahr von Epidemien, aus einem Lager in Bunia wurden bereits zwei Fälle von Cholera bestätigt.
Das Kinderhilfswerk verteilte Zusatznahrung und Nothilfe-Pakete mit Töpfen, Wasserkanistern, Plastikplanen und anderem täglichen Bedarf an die Flüchtlinge. Gemeinsam mit Partnerorganisationen hat UNICEF bereits rund 30 Tonnen Hilfsgüter in die Krisenprovinz Ituri gebracht. In Bunia selbst unterstützt UNICEF zwei Gesundheitsstationen und ein Ernährungszentrum für schwer mangelernährte Kinder, die therapeutische Betreuung brauchen.
(apa)
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