Montag, 26. Mai 2003

Verluste für Berlusconi bei Provinzwahl in Rom

  • Kommentatoren sprechen von Schlappe für Berlusconi

Bei den Provinzwahlen in Italien hat das Mitte-Rechts-Lager von Ministerpräsident Berlusconi in Rom eine klare Niederlage erlitten. Die Linke gewann nach Hochrechnungen in der Provinz Rom im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Allerdings konnte das Berlusconi-Bündnis seine führende Stellung in der Provinz Palermo und in mehreren Kommunen im Süden halten.

Politiker aus beiden Lagern beanspruchten den Sieg bei den Provinz- und Kommunalwahlen für sich, bei denen insgesamt ein Viertel der italienischen Wähler zu den Urnen gerufen waren.

Schlappe für Berlusconi
Kommentatoren sprachen von einer Schlappe für Berlusconi, der seit zwei Jahren regiert und wegen eines Korruptionsprozesses unter Druck steht. "Wir haben klar gewonnen", sagte der Vorsitzende der Linksdemokraten (DS), Piero Fassino. Mit Blick auf jüngste scharfe Angriffe Berlusconis auf die Justiz meinte Fassino: "Die Strategie, das politische Klima aufzuheizen, zahlt sich nicht aus". Dagegen sagte ein Sprecher der Rechtspartei Nationale Allianz: "Von Rom abgesehen ist das Ergebnis gar nicht so schlecht". Berlusconi selbst äußerte sich zunächst nicht.

Stimmungstest für Gesamt-Italien
Zwar ist die Wahl stark lokal bestimmt, dennoch gilt sie als Stimmungstest für Berlusconi, der nicht nur wegen des Prozesses, sondern auch wegen der schwierigen Wirtschaftslage unter Druck geraten ist. Außerdem hat er sich im Irak-Krieg, im Gegensatz zur großen Mehrheit der Italiener, hinter die USA gestellt. Berlusconi selbst hatte vor den Wahlen erklärt, die Abstimmung könne nicht als Test für sein Mitte-Rechts-Kabinett angesehen werden. (apa)

26.5.2003 22:31