Montag, 26. Mai 2003

Mehr als 70 Verletzte bei starkem Erdbeben in Japan

  • Strom und Wasser in einigen Gebieten ausgefallen

Bei dem stärksten Erdbeben in Japan seit drei Jahren sind am Montag mindestens 72 Menschen teils schwer verletzt worden. Das Beben der Stärke 7,0 auf der Richterskala löste nach Behördenangaben Erdrutsche aus und setzte einzelne Häuser in Brand. Trotz der Heftigkeit der Erschütterungen blieb der Schaden nach vorläufigen Angaben eher gering. Berichte über Todesopfer lagen bis zum Abend nicht vor.

Die Erschütterungen waren noch in der rund 900 Kilometer entfernten Stadt Kobe und in der 300 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Sendai zu spüren. Nach Angaben der Meteorologischen Behörde in Tokio kam es am Abend zu 92 Nachbeben.

Strom und Gas ausgefallen
In rund 35.000 Häusern fiel kurzzeitig der Strom aus. 2.800 Haushalte waren ohne Gasversorgung. Stellenweise riss die Straßendecke auf. Der Betrieb von Atommeilern sowie von Hochgeschwindigkeitszügen wurde automatisch gestoppt. Auch Autobahnen und einige Flughäfen in der Region wurden vorübergehend gesperrt. 42 Fahrstühle in einem Wolkenkratzer der Stadtverwaltung von Tokio blieben 20 Minuten lang stehen, wodurch rund 60 Menschen in 202 Metern Höhe eingeschlossen waren. Die Meteorologische Behörde warnte vor einem möglichen weiteren Beben der Stärke 6 im Nordosten.

Epizentrum in 71 km Tiefe
Das Zentrum des Erdbebens wurde 20 Kilometer vor der Küste in 71 Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden vermutet. Die Erschütterungen seien durch ein Abtauchen der Pazifischen Platte hervorgerufen worden, doch gebe es wegen der großen Tiefe des Erdbebenzentrums keine Gefahr durch Flutwellen (Tsunami), hieß es.

Die Japaner leben seit jeher mit der ständigen Gefahr von Erdbeben. Ein Beben der selben Stärke gab es 1995, bei dem in der Stadt Kobe im Westen Japans mehr als 6.400 Menschen ums Leben kamen. Damals lag das Epizentrum jedoch wesentlich näher an der Erdoberfläche als dieses Mal. (apa)

26.5.2003 14:03