Bundesheer tötete Tiere mit chemischen Kampfstoffen
- "profil": Jahrelang geübte Praxis war Teil der ABC-Ausbildung
- Nach Kritik aus den eigenen Reihen gestoppt
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, war es im österreichischen Bundesheer Jahre lange Praxis, im Rahmen der so genannten ABC-Ausbildung Hühner, Ratten und Hasen mit Nervengasen und Hautkampfstoffen zu töten. In Vyskor, auf einem eigens für das Training mit chemischen Kampfstoffen adaptierten Gelände der tschechischen Streitkräfte, wurden die Tiere tödlichen Dosen von Sarin und ähnlichen Stoffen ausgesetzt. Das Bundesheer bestreitet die Vorwürfe.
Noch im Jänner 2002 verteidigte das Kabinett des damaligen Verteidigungsministers Herbert Scheibner in einem "profil" vorliegenden Schreiben die "in-vivo-Versuche an Säugetieren". Sie hätten den Zweck, die heimischen Soldaten "nachhaltig auf die Gefährdung durch chemische Kampfstoffe zu sensibilisieren" und könnten daher keinesfalls als bewusste Tierquälerei per se angesehen werden".
Erst als ein Angehöriger des Bundesheers die Veterinärmedizinische Universität Wien um ein Gutachten bat, änderte das Verteidigungsministerium seine Ansicht. "profil" zitiert ein Schreiben des Ministeriums, demzufolge seit September 2002 "im Rahmen der Ausbildung österreichischer Soldaten bei den Streitkräften der tschechischen Republik in Vyskov keine Tiertötungen mehr erfolgen" dürfen.
Bundesheer bestreitet Vorwürfe
In einer Aussendung bestritt das Bundesheer die Vorwürfe: "Das Bundesheer hat niemals 'Ratten, Hühner und Kaninchen mit chemischen Kampfstoffen' getötet; weder bei Ausbildungskursen im Inland noch im Ausland. Ebenso falsch ist die Behauptung, dass Tierversuche 'so selbstverständlich zur Ausbildung der ABC-Abwehr' gehören 'wie das Hantieren mit der Schutzbekleidung'."
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