Neuer Kaprun-Gutachter prüft auf Brandstiftung
Bei der Erstellung des neuen Gutachtens über die Ursache der Seilbahnkatastrophe von Kaprun prüft der neue Hauptgutachter Helmut Prader nun auch die Möglichkeit der Brandstiftung, so der ORF am Montag. Ein Überlebender hatte am letzten Verhandlungstag im April ausgesagt, dass er beobachtet habe, wie ein Unbekannter in den Führerstand des Zuges eingestiegen war.
Dort brach später das Feuer aus.
"Auf Brandstiftung wird immer geprüft, egal ob ein Zeuge etwas gesehen hat oder nicht". Drei Tage lang haben die Sachverständigen des Kaprun-Prozesses in der Vorwoche bei den Unglückszügen in Salzburg Versuche durchgeführt und dabei auch über Brandstiftung als Ursache diskutiert: "Im konkreten Fall hat es bisher noch keine eindeutigen Hinweise auf Brandstiftung gegeben.
Aber die Aussage des Zeugen Kraus ist natürlich in die Überlegungen einzubeziehen und zu werten. Es muss auf Grund dieser Aussage genauer untersucht werden, ob Brandstiftung denkbar und möglich ist", so Prader im Radio.
155 Tote
Bei der Brandkatastrophe in der Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn in Kaprun am 11. November 2000 sind 155 Menschen ums Leben gekommen. Seit Juni des Vorjahres müssen sich 16 Personen vor Gericht verantworten. Das neue Gutachten ist deshalb notwendig geworden, weil der ursprüngliche Hauptgutachter Anton Muhr im November aus gesundheitlichen Gründen aus dem Verfahren ausgeschieden ist. (apa)
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