Donnerstag, 22. Mai 2003

Spanisches Musikportal trotzt den Major-Labels

  • Klage wegen Download-Angebot ohne Einigung mit Industrie
  • Pro-Music.org listet legale Online-Musikservices auf (Kasten)

Das in Madrid ansässige Musik-Downloadportal Puretunes sieht sich einer Klage der Musikindustrie gegenüber. Das Unternehmen behauptet, im spanischen Urheberrecht ein Schlupfloch gefunden zu haben, das es ihm erlaube, Musik-Downloads legal und ohne Einigung mit den Major Labels anzubieten. Die Musikindustrie sieht das naturgemäß anders und klagt.

Das Geschäftsmodell von Puretunes basiert auf dem "All-you-can-eat"-Prinzip. Die User können die angebotenen Songs ohne jegliche Beschränkung auf ihre Festplatten saugen, allerdings nur für bestimmte Zeiträume. So kosten acht Stunden unbegrenzter Download 3,99 Dollar, 48 Stunden kommen auf 9,99 Dollar, ein Monat auf rund 25 Dollar und ein ganzes Jahr auf knapp 168 Dollar.

Die Betreiber des Portals behaupten, die Rechte zum Online-Vertrieb der Musik von den spanischen Rechteagenturen erworben zu haben. Das spanische Urheberrecht sehe dafür keine explizite Erlaubnis durch die Musiklabels vor.

"Völliger Nonsense" kontert Allen Dixon, der Rechtsberater des Internationalen Verbandes der Musikindustrie (IFPI). Der Puretunes-Vorgänger WebListen.com habe sämtliche Runden vor spanischen Gerichten verloren, so werde es auch dem neuen Portal ergehen, so Dixon weiter. Puretunes hat übrigens eine Vertriebspartnerschaft mit der Musik-Tauschbörse Grokster, der kürzlich von einem Gericht in Los Angeles die Legalität bestätigt wurde. (pte/red)

Weitere Informationen:

  • Puretunes-Website
  • IFPI-Website

    22.5.2003 14:15