Dienstag, 20. Mai 2003

Roxio plant Napster-Neustart für 2004

  • Universal und Sony erwerben Minderheitsanteil
  • Napster als neuer legaler Online-Musikservice

Nach der Übernahme des Online-Musikservices Pressplay hat Roxio die Pläne für ein Revival von Napster bestätigt. Für den Relaunch werde sich das für seine CD- und DVD-Brennersoftware bekannte Unternehmen die "notwendige Zeit" nehmen. Ein Neustart sei im letzten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das im März 2004 endet, zu erwarten.

Die Infrastruktur von Pressplay werde als Grundlage für den Neustart von Napster als neuer legaler Online-Musikservice dienen, teilte Roxio in einer Aussendung mit. "Das Online-Musikgeschäft spielt eine zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung unseres Unternehmens", kommentierte Chris Gorog, CEO und Vorstandsvorsitzender von Roxio, den Deal. Mit der Akquisition von Pressplay könne Roxio die Entwicklung dieses Geschäftsbereiches enorm beschleunigen.

Neues Abo-Schema geplant
In den Relaunch werden etwa 20 Mio. Dollar investiert. Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit sollen optimiert werden. Mike Bebel, Präsident von Pressplay, deutete laut Wall Street Journal an, dass der Musikservice möglicherweise künftig nicht mehr auf monatlichen Abogebühren basieren könnte. Gorog und Roxio-Finanzchef Elliot Carpenter gaben auch finanzielle Details des Deals bekannt. Das Softwareunternehmen habe im Wesentlichen alle Anteile an Pressplay von der Universal Music Group (UMG) und Sony Music Entertainment übernommen. Die Mehrheitsbeteiligung kostet Roxio 12,5 Mio. Dollar in bar sowie rund 3,9 Mio. Roxio-Stammaktien. Insgesamt kommt der Deal damit auf einen Wert von rund 39,5 Mio. Dollar.

Riesen-Potenzial im Bereich Online-Musik
"Das Potenzial, das im Markt für Online-Musik steckt, wird erst jetzt ersichtlich", so Zach Horowitz, Präsident und COO der UMG. Die Kombination aus Pressplay, Roxio und Napster positioniere den Dienst einzigartig für die Zukunft. Die beiden Musiklabels werden jeweils einen Vertreter im Aufsichtsrat von Roxio bekommen. Universal und Sony haben zudem das Recht jeweils bis zu 6,25 Mio. Dollar aus dem positiven Cash-Flow des neuen Napster-Musikservices zu entnehmen. Mit einem solchen positiven Cash-Flow rechnet Carpenter unmittelbar nach dem Start nicht. (pte/red)

Weitere Informationen:

  • Roxio-Website

    20.5.2003 09:44
  • pixel