Dienstag, 20. Mai 2003

SARS treibt Hochzeiter ins Internet

  • China: Online-Übertragung statt traditionelle Zeremonie
  • Krankheit hat auch Auswirkungen auf den Alltag

Die Lungenkrankheit SARS veranlasst immer mehr heiratswillige chinesische Paare, traditionelle Hochzeiten abzublasen und den Treueschwur im Cyberspace zu leisten. Für gewöhnlich ist der Frühling die "Hoch"-Zeit, den Bund der Ehe zu schließen. Der SARS-Ausbruch hat den künftigen Eheleuten den Spaß verdorben. In Peking wurden bereits 90 Prozent lang geplanter Hochzeitspartys auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Zunehmend mehr Pärchen nutzen das Internet, um den Bund der Ehe im Ausnahmezustand zu schließen, berichtet China Daily. Es werden demnach Hochzeiten in kleinem Rahmen organisiert und online übertragen. Verwandte und Freunde senden Glückwünsche per E-Mail und nehmen an der Zeremonie online teil.

Ampelintervalle verkürzt
SARS hat aber auch den Alltag auf der Straße geändert. In Peking wurden entlang der Hauptstraßen der Stadt über 200 Ampeln neu justiert, um die Zeitabstände zwischen den Rot- und den Grünphasen zu optimieren. Die Ampelintervalle wurden um durchschnittlich zehn Sekunden verkürzt. Grund dafür ist der deutliche Rückgang des Verkehrsaufkommen in Peking, was sich auf die frühere Ampelschaltung nachteilig auswirkte. Die Anpassungen sollen in Zeiten von SARS einen reibungsloseren Verkehrsfluss für die geringere Zahl an Autos auf den Straßen sicherstellen, erklären Beamte der städtischen Behörde für Verkehrskontrolle. (pte/red)

20.5.2003 15:58