Donnerstag, 22. Mai 2003

Job-Abbau bei Schuhfabrik Gallus in Wolfsberg

  • Schaftproduktion wird in Billigländer ausgelagert
  • Kurzarbeit beim Kärntner Schuhhersteller Ara (Kasten)

Die Krise der Kärntner Schuhhersteller nimmt kein Ende. Nach den Kündigungen bei der Schuhfabrik Gabor in Spittal/Drau vor einigen Monaten werden jetzt in der Wolfberger Schufabrik Gallus Arbeitsplätze abgebaut. Die personal- und lohnintensive Schaftproduktion wird nach Osteuropa und Fernost ausgelagert. 39 Mitarbeiter - vor allem Frauen - verlieren ihre Jobs.

Gallus-Geschäftsführer Werner Falle begründet den Schritt laut "Kleine Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) mit "Markteinbrüchen im Hauptabsatzgebiet Deutschland und dem enormen Preisverfall, dem wir durch Billigstschuh-Anbieter wie Deichmann oder Reno ausgeliefert sind".

Die jüngsten Einschnitte kommen sowohl für die Belegschaft als auch für die Geschäftsführung unerwartet. Denn noch vor einigen Monaten hat der Wolfsberger Herrenschuherzeuger mit der Umsetzung eines 2,5 Mio. Euro schweren Investitionspaketes begonnen. Darin inkludiert ist die Reorganisation der Produktionsstraßen in Gruppenfertigungen und die Modernisierung des EDV-Systems.

Daran will man bei Gallus trotz der anhaltenden Krise festhalten. "Diese Investition muss einfach weiter gehen, um den Standort absichern zu können", hofft Falle, den Mitarbeiterstand mit 200 Personen nach der aktuellen Kündigungswelle halten zu können. 180 Mitarbeiter seien für ihn und den Produktionsablauf in der Lavanttaler Schuhfabrik allerdings die "absolute Schmerzgrenze".

Die geänderten Rahmenbedingungen auf den Absatzmärkten werden sich auch auf das Produktsortiment des Herrenschuhherstellers niederschlagen. Statt 900.000 Schuhpaaren pro Jahr sollen nur mehr 600.000 bis 700.000 Stück erzeugt werden, reduziert wird vor allem im Billigschuhsegment. (APA/Red.)

22.5.2003 10:37