3 oberste Ligen Brasiliens unterbrechen Meisterschaft
- Konflikt mit der Regierung eskaliert
- Streit um neue Fußball-Gesetze
Der Streit zwischen Fußball-Verband und Regierung in Brasilien eskaliert: Der Verband CBF und die Liga teilten am Dienstag mit, dass die erst seit wenigen Wochen laufenden Meisterschaften der drei obersten Ligen ab dem Wochenende für unbestimmte Zeit unterbrochen werden. Schon seit längerer Zeit schwelt im Land des Weltmeisters ein Konflikt um neue Sportgesetze und Fan-Statute.
"Viele Vorschriften des neuen Fußballgesetzes und des vor einer Woche verabschiedeten Fan-Statuts sind Schwachsinn. Und viele andere Punkte, wie die geforderte Nummerierung der Stadionsitze und die Aufstellung von Überwachungskameras, kann man in 48 Stunden nicht verwirklichen", sagte Roque Citadini, der Vizepräsident des Traditionsvereins Corinthians.
Der Beschluss der Fußballchefs schlug im Land des fünffachen Weltmeisters wie eine Bombe ein. TV-Sender brachten spontan Sondersendungen und stundenlange Diskussionsrunden, die bis tief in die Nacht liefen. "Das wird ein wahrer Krieg", prophezeite Kommentator Jose Trajano im Sender ESPN. Citadini kritisierte viele Punkte der neuen Gesetze.
Die Regierung ging auf Konfrontationskurs und bezeichnete den Aufstand der Vereine als "Provokation" und "Verzweiflungstat". "Die Unterbrechung ist ein Affront gegen die Regierung", sagte Sportminister Angelo Queiroz. Die neue, seit Jänner amtierende sozialistische Regierung wolle eine neue Ära der Ethik im Fußball einläuten. Der Minister kündigte für Mittwoch ein Krisentreffen mit keinem Geringeren als Staatspräsident Luiz Lula da Silva an. Man werde dem Druck der Klubs nicht nachgeben.
(apa/red)
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