Dienstag, 20. Mai 2003

Spaniens Liga vor dem "Zusammenbruch"

  • Profi-Klubs versinken in finanzieller Krise
  • Spielergewerkschaft droht mit Fußballer-Streik

Spaniens Primera Divison galt in den vergangenen Jahren als die stärkste Liga der Welt. nun versinkt das Flaggschiff des europäischen Fußballs immer mehr in einer finanziellen Krise. Die Spieler müssen bereits seit Monaten auf ihre Gehälter warten. Nun droht auch noch die Spielergewerkschaft AFE zum Beginn der neuen Saison mit einem Fußballer-Streik. Die spanische Liga steht vor dem Zusammenbruch.

AFE-Präsident Gerardo Gonzalez Movilla fordert, dass die Klubs den Profis ausstehende Gehälter nachzahlen oder den Spielern wenigstens entsprechende Garantien geben. Nach seinen Angaben schulden die Klubs ihren Kickern Gehaltszahlungen in Höhe von 45 Millionen Euro, doppelt so viel wie vor einem Jahr. Wenn die Zahlungen nicht bis Ende Juli beglichen werden, wollen die Spieler der ersten beiden Ligen in den Streik treten. Nach dem Reglement droht den Klubs, die die Gehälter ihrer Spieler nicht zahlen, der Zwangsabstieg.

Die Klubs wissen selbst nicht, wo sie das Geld hernehmen sollen. Sie ächzen unter einer Schuldenlast von 1,6 Milliarden Euro, die die Liga an den Rand des Bankrotts gebracht hat. Eine Gruppe von 30 Klubs drohte - ebenso wie die Spieler - zum Beginn der neuen Saison mit einem "Streik". Die Profi-Vereine verlangen von der Regierung Steuer- Erleichterungen und höhere Anteile an den staatlichen Toto-Einnahmen.

(apa/red)

20.5.2003 14:29