Sonntag, 25. Mai 2003

Überraschender SPD-Wahlsieg in Bremen

Die deutschen Sozialdemokraten haben die Regionalwahl in Bremen am Sonntag klar gewonnen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kam die Partei auf 42,3 (1999: 42,6) Prozent und stellt weiterhin den Bürgermeister Henning Scherf.

Die mitregierende CDU fiel von 37,1 auf auf 29,6 Prozent. Die Grünen steigerten sich von 8,9 auf auf 12,8 Prozent. Die rechtsextreme DVU kam auf 2,3 Prozent, die FDP auf 4,2 Prozent. Wegen ihres guten Abschneidens in Bremerhaven erhalten DVU und FDP aber dennoch einen Sitz in der Bürgerschaft. Die Schill-Partei scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde.

Mit ihrem Wahlerfolg konnte sich die Bremer SPD deutlich vom in den vergangenen Monaten negativen Bundestrend der Partei absetzen. Scherf sprach von einem "Ergebnis für die große Koalition". Es habe ein "überraschend positives Ergebnis" gegeben, durch das seine Arbeit und damit die große Koalition bestätigt worden sei. Bremens CDU-Chef Bernd Neumann nannte das Resultat seiner Partei "besonders enttäuschend". CDU-Wähler hätten für die SPD gestimmt, um die große Koalition zu stärken und ein mögliches rot-grünes Bündnis zu verhindern. Für den Fall einer absoluten Mandats-Mehrheit der SPD ließ er anklingen, dass die CDU die Koalition dann nicht fortsetzt.

Für die Sozialdemokraten von Bundeskanzler Gerhard Schröder ist Bremen der erste Wahlsieg seit dem knappen Erfolg beider Bundestagswahl im September 2002. Am Sonntag bezeichnete SPD- Generalsekretär Olaf Scholz das Ergebnis als Verdienst Scherfs. Der 64-Jährige ist Partei-übergreifend ausgesprochen populär. (apa)

25.5.2003 18:31