Sonntag, 25. Mai 2003

Dreiergipfel zwischen Bush, Sharon und Abbas

  • Israel verpflichtet sich zu Siedler-Räumung!
  • Ja zu Palästinenser-Staat nur wenn "völlig demilitarisiert"

Der israelische Ministerpräsident Sharon hat sich auf dem Nahost-Gipfel in der jordanischen Hafenstadt Akaba am Mittwoch zur Auflösung illegal errichteter jüdischer Siedler-Vorposten in den besetzten palästinensischen Gebieten verpflichtet. US-Präsident Bush sprach nach den Unterredungen mit Sharon und dem palästinensischen Premier Abbas von "wichtigen Fortschritten".

Sharon unterstützte "ausdrücklich" die von den USA angestrebte Zwei-Staaten-Lösung. Israel anerkenne die Bedeutung eines "zusammenhängenden Territoriums" im Westjordanland für die Bildung eines palästinensischen Staates.

Abbas will Intifada beenden
Abbas hat sich seinerseits für ein Ende des bewaffneten Aufstands gegen Israel ausgesprochen. Die Intifada müsse beendet werden, sagte Abbas im Anschluss an die Gipfelgespräche. Er versprach, seine Regierung werde entschlossen gegen jede antiisraelische Hetze vorgehen.

Israel will unbewaffnetes Palästina
Israel stellte aber auch Bedingungen. In einer Erklärung hieß es, ein palästinensische Staat müsse vollkommen demilitarisiert sein. Andernfalls werde es ihn nicht geben. Außerdem müsse sich die palästinensische Führung in der ersten Phase des Friedens-Fahrplans verpflichten, aktiv gegen Terror vorzugehen und mit Israel in Sicherheitsfragen zu "kooperieren".

Israel verlangt zudem die Entwaffnung und Auflösung der radikalen Gruppen wie Hamas, "Islamischer Heiliger Krieg" und Al-Aksa-Brigaden, die der palästinensische Regierungschef zu einer Waffenruhe bewegen will.

Die Extremisten auf beiden Seiten sind empört: Jüdische Siedler kritisieren Sharon, die Hamas kritisiert Abbas.
(apa)

25.5.2003 09:03