Rückschlag für Abbas - Hamas steht zu Gewalt
- Neuer Anlauf: Dreiergipfel zum Nahost-Frieden
·Naher Osten
USA: Israel soll Siedlungsbau stoppen
In seinem Bemühen um ein Ende der Selbstmordanschläge gegen Israelis hat der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas einen Rückschlag erlitten. Bei einem Treffen mit Abbas am Donnerstag in Gaza lehnten führende Vertreter der radikalislamischen Hamas einen Gewaltverzicht ab, wie Teilnehmer der Begegnung berichteten. US-Präsident Bush denkt indes an einen neuen Anlauf im Bemühen um einen Frieden im Nahen Osten: Ein Dreiergipfel, bestehen aus Bush, Sharon und Abbas, soll für neue Impulse sorgen.
Der einflussreiche Hamas-Vertreter Rantissi und zwei weitere Mitglieder der Gruppe hätten eine Beendigung der Anschläge von israelischen Vorleistungen abhängig gemacht. Erst Israel müsse die gezielten Tötungen radikaler Palästinenserführer einstellen, auf militärische Vorstöße in palästinensisches Gebiet verzichten und gefangene Palästinenser freilassen.
Der palästiensische Informationsminister Amr, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, bezeichnete die Begegnung als "ernsthaften Ausgangspunkt für einen nationalen Dialog, der die Stellung der Palästinenser stärken wird".
Ein Sprecher der radikalislamischen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad gab unterdessen bekannt, Abbas habe um ein Treffen auch mit ihren Vertretern gebeten. Ein Termin stehe aber noch nicht fest. Beide Gruppen hatten sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen gegen israelische Ziele bekannt.
Neuer Anlauf: Dreiergipfel zum Nahost-Frieden
US-Präsident Bush erwägt offenbar einen Dreiergipfel mit dem israelischen Premier Sharon und dem palästinensischen Regierungschef Abbas, um den Stillstand im Nahost- Friedensprozess zu überwinden. Das Treffen soll möglicherweise in Ägypten stattfinden. Ziel sei es, Sharon und Abbas zur Umsetzung des Friedensplans zu bewegen, den die USA gemeinsam mit der UNO, Russland und der EU vorgelegt haben.
Der Friedensplan sieht die Beendigung der seit 32 Monaten anhaltenden Kämpfe, einen Baustopp für die jüdischen Siedlungen im Westjordanland und die Schaffung eines palästinensischen Staates bis 2005 vor. Ob es tatsächlich zu dem Dreiergipfel in Sharm el Sheikh am Roten Meer kommt, ist aber noch unklar. Viel hänge davon ab, ob beide Seiten in den kommenden Tagen Schritte zum Frieden unternähmen, hieß es in Washington weiter. Bush reist in der kommenden Woche nach Europa zum G-8-Gipfel in Evian und dann möglicherweise in die Golfregion. Auch dabei könnte es schon zu Treffen mit den beiden Politikern kommen.
Bush-Sharon-Treffen nächste Woche
Wie der israelische Außenminister Silva Sahalom erklärte, will Sharon womöglich noch in der kommende Woche mit Bush in Europa zusammentreffen. Ursprünglich wollte Sharon am vergangenen Dienstag in Washington mit dem US-Präsidenten zusammenkommen. Nach einer Serie von Terroranschlägen gegen Israel hatte er die Reise in die USA jedoch kurzfristig abgesagt. Nach Informationen aus palästinensischen Regierungskreisen erwägt Abbas ein Treffen mit Bush in Kuwait oder Katar, wenn Bush im Anschluss an seine Europareise im Juni den beiden Golfstaaten vielleicht einen Besuch abstattet.
(apa)
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