Mittwoch, 21. Mai 2003

USA erforschen Mini-Atomwaffen

Die US-Regierung hat vom Senat die Erlaubnis zur Erforschung kleiner taktischer Atomwaffen erhalten. Das Oberhaus des Kongresses beschloss mit 51 gegen 43 Stimmen, das seit zehn Jahren geltende Verbot der "Mini-Nukes" aufzuheben. Das Votum des Repräsentantenhauses stand noch aus.

Verteidigungsminister Rumsfeld sagte, die neuen taktischen Atomwaffen sollten lediglich erforscht werden; Pläne für Entwicklung, Bau und Anwendung gebe es nicht. Laut Pentagon könnten Bunker brechende Waffen dieses Typs versteckte Massenvernichtungswaffen zerstören. Die Opposition warnte vor einem neuen nuklearen Rüstungswettlauf.

Das seit 1993 geltende Verbot bezieht sich auf Atomwaffen mit einer Sprengkraft von bis zu fünf Kilotonnen. Das enspricht einem Drittel der Gewalt der Hiroshima-Bombe, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als 100.000 Menschen tötete. Hardliner in Washington dringen schon seit langem auf die Entwicklung von "Mini-Nukes", in denen sie eine wirksame Waffe gegen "Schurkenstaaten" und Terrorgruppen sehen. (apa)

21.5.2003 18:35