Sonntag, 25. Mai 2003

AHS-Lehrer-Streik wegen Stundenkürzung & Pension

  • Ministerin: Ab Herbst werden Stunden um ca. 2 Wochen gekürzt
  • PLUS: IHRE MEINUNG zur Pensionsreform (Kasten rechts)!

Die Gewerkschaft spricht von "einer Katastrophe". Die Ministerin bleibt dabei: Ab Herbst werden die Stunden in der AHS gekürzt - rund 2 Wochen werden "eingespart". Deshalb streikten am Montag - zum 3. Mal innerhalb weniger Wochen - rund 20.000 AHS-Lehrer. Ursprünglich wollte die Gewerkschaft nur gegen die von Gehrer verordnete Stunden-Reduktion protestieren. Später wurde auch die geplante Pensionsreform zum Streik-Grund erklärt.

Das sagte AHS-Lehrer-Gewerkschafter Azevedo Weißmann. Für die meisten der rund 190.000 AHS-Schüler bedeutete die Arbeitsniederlegung einen unterrichtsfreien Tag, allerdings gab es einzelne Schulen, wo am Montag unterrichtet wurde.

Dass die rund 20.000 AHS-Lehrer nun doch auch gegen die Pensionsreform streiken, begründete Weißmann folgendermaßen: Ende vergangener Woche hätten ÖGB und Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) noch Protestmaßnahmen am Dienstag zwischen 10.00 und 12.00 Uhr geplant. An diesen wollten die AHS aber nicht mittun, weil es einerseits für Schulen fast unmöglich sei, zwei Stunden mitten am Vormittag zu streiken ("Wohin sollen da die Kinder", so Weißmann). Andererseits wäre auf Grund des beruflichen Drucks gegen Ende des Schuljahrs, etwa mit Schularbeiten und Prüfungen, ein nochmaliger Streik praktisch unmöglich gewesen.

3-tägiger Streik gefordert
Gewerkschaftsvertreter aller Fraktionen aus Wiener Gymnasien ist die neuerliche eintägige Arbeitsniederlegung nicht weitgehend genug, sie plädierten für einen zunächst dreitägigen und anschließend einen eventuellen unbefristeten Streik. Die Personalvertreter forderten die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) auf, die Streikbereitschaft an den einzelnen Schulen zu erheben und zu veröffentlichen. Gehrer warfen die Gewerkschafter vor, eine so weit reichende Entscheidung wie die Stundenkürzung per Verordnung - und damit am Parlament vorbei - getroffen zu haben.

ÖGB-Aktionen werden mitgetragen
Da man aber die Aktionen von ÖGB und GÖD (die mittlerweile nach einem Beschluss der ÖGB-Gremien von Montag Früh abgesagt wurden, Anm.) voll mittrage, habe man auch die Pensionsreform als Streikthema aufgenommen.

Den Protest gegen die Stundenreduktion begründet Weißmann damit, dass die Kürzung um sechs Stunden in der AHS-Unterstufe "sehr schmerzhaft", in der Oberstufe die Reduktion um acht Stunden aber "eine Katastrophe" sei. Was die AHS-Gewerkschaft an der Pensionsreform stört, ist einerseits deren überfallsartige Einführung, andererseits die wenig moderaten Übergangsfristen.

Gehrer beharrt auf Streichung
Trotz der mittlerweile dritten Arbeitsniederlegung der AHS-Lehrer in den vergangenen sieben Wochen bleibt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) bei der von den Pädagogen bekämpften Streichung von Schulstunden. Die von ihr bereits unterzeichnete "Wochenstundenentlastungs- und Rechtsbereinigungsverordnung 2003" werde Anfang Juni veröffentlicht, so Gehrer.

Mit dem Streiktag am Montag will Gehrer "einen Strich unter diesen Angelegenheiten ziehen", so Gehrer. Nach der Stundenreduktion will sie nun auch eine inhaltliche Entlastung für die Schüler herbeiführen - dabei seien alle eingeladen, an den neuen Lehrplänen dafür mitzuarbeiten. (apa, red)

25.5.2003 21:55