Mittwoch, 21. Mai 2003

Heftige Kritik der Grünen am Eurofighter-Deal

  • Budgetsprecher Kogler: Nach Kosten-Nutzen-Rechnung sei der Eurofighter "nie und nimmer" das beste Angebot

Die Grünen nahmen die Unterzeichnung des Eurofighter-Kaufvertrages zum Anlass, ein nochmaliges Nachrechnen der Typenentscheidung für den Eurofighter zu fordern. Geschehe das nicht, werde "mit voller Absicht und mit vollem Wissen" Milliardenschaden für die Republik in Kauf genommen, so Budgetsprecher Kogler.

Seine Nachrechnung der Kosten-Nutzenbewertung habe ergeben, dass der Eurofighter "nie und nimmer" Bestbieter sein könne. In seine Berechnung hat hat Kogler die im Endbericht der Bewertungskommission vom Vorjahr angeführten Zahlen eingesetzt. Berücksichtigt hat er dabei auch die von ihm angenommenen Kosten für das Einstiegspaket - also für jene Jets, die das Bundesheer anmieten muss, um die Übergangszeit zwischen Draken und den neuen Flugzeugen zu überbrücken. Bereits bei Kosten von insgesamt 55 Mio. Euro für diesen Einstieg würde das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu Gunsten des Konkurrenten Gripen kippen, so Kogler.

Zu berücksichtigen sei auch, dass der Eurofighter ohnehin nur bei der Variante einer Zahlung über neun Jahre Bestbieter gewesen sei. Und warum ausgerechnete diese Variante zum Zug gekommen sei, sei "überhaupt nicht plausibel". Für Kogler bleibt nur der Schluss, dass es sich bei der Fixierung auf dieses Zahlungsziel um einen "Akt der Schiebung" handle.

Kogler zog aus seinen Überlegungen ein drastisches Resümee: Bei einer angenommenen Betriebsdauer von 30 Jahren sei der Eurofighter bei den Gesamtkosten um eine Milliarde Euro teurer als der Gripen. Diese Milliarde sei der "reine Schaden dieses Beschaffungsschwindels". (apa)

21.5.2003 15:40