Dienstag, 13. Mai 2003

Postgewerkschaft mobilisiert gegen Privatisierung

Die Postgewerkschaft macht gegen eine Privatisierung von Staatsunternehmen mobil. "Der Verkauf von Post und Telekom ans Ausland ist wirtschaftspolitischer Unsinn. Außerdem muss die Bevölkerung nach einem Verkauf mit schlechteren Dienstleistungen und höheren Preisen rechnen", so Gerhard Fritz, Chef der Postgewerkschafter. Er präsentierte eine Anti-Privatisierung- Kampagne.

"Ausverkauf - nicht mit uns" - lautet das Motto der Initiative. Offenbar können die Postler auf die Unterstützung der Österreicher zählen: Eine deutliche Mehrheit (82 Prozent) lehnt nicht nur einen Totalverkauf ab, auch die "abgemilderte Variante" einer Teilprivatisierung - ein Verkauf von weniger als der Hälfte - wird von 60 bis 70 Prozent der Österreicher "nicht gewünscht". Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifes. Trotzdem sind die Privatisierung der Postbus AG sowie der Telekom Austria bereits fixer Bestandteil des neuen Regierungsprogramms, klagen die Personalvertreter.

Nach Meinung der Postgewerkschaft ist die Post "auch in den nächsten Jahrzehnten als eigenständiges Unternehmen überlebensfähig", betont die Gewerkschaft. "Die Post investiert in Millionenhöhe und ist damit wichtiger Auftraggeber für Klein- und Mittelbetriebe. Sind die Betriebe erst einmal verkauft, schert sich kein ausländischer Eigentümer um die Anliegen Österreichs", ist sich Fritz sicher. Schon jetzt werde bei der Post beispielsweise durch die Schließung von Postämtern gespart, private Eigentümer würden jedoch noch weit mehr rationalisieren, meint die Gewerkschaft. (apa)

13.5.2003 15:59

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