Wie die Kanzlerpartei Österreich regiert
- Schüssels Erfolgs-Bilanz zum Parteitag – fast alles in VP-Hand
- Wie die ÖVP mit 42% der Stimmen fast 100% der Macht erreicht

Die ÖVP kann wahrlich zufrieden sein: „Wir sind jetzt die Hauptverantwortlichen für die Republik“, resümiert Generalsekretär Reinhard Lopatka. Der Parteitag am kommenden Freitag werde „dem gerecht werden, was die ÖVP unter Wolfgang Schüssel in den vergangenen Jahren erreicht hat“.
Wenn auch in den Umfragen das Vertrauen in die Regierungsarbeit sinkt eines zumindest kann Lopatka dem Fußvolk der Partei ab Freitag im Design-Center Linz bieten: das Bild eines – fast – völlig eingeschwärzten Österreich. Die VP hat so viel Macht wie keine Partei vor ihr – von der streng nach Proporz aufgeteilten Republik, in der es in der ersten Periode der Wende erstmals blaue Einsprengsel gab, ist praktisch nichts mehr übrig: Frei nach dem Song „I see a red door and want it painted black“ schwärzt die VP systematisch das ganze Land ein.
Schwarzes Österreich. Politisch geht ohne die ÖVP sowieso nichts mehr – egal, ob ein Skifahrer Weltcup-Sieger wird, ob man im Casino auf Noir setzt, ob das Nationalteam im Fußball untergeht, egal ob man Bankgeschäfte tätigt, fernsieht, Zeitungen liest oder dem Kulturgenuss frönt – die Wahrscheinlichkeit, dass man an der Spitze des Unternehmens, vom Manager bis zum ÖIAG-Aufsichtsrat etwa, auf einen VP-Parteigänger trifft, nähert sich dramatisch den hundert Prozent.
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