"Zu viele" Fremdwährungs-Kredite in Österreich
- "Hätten alle in Europa so viel, wäre Euro tot"
- "Banken würden dem keine Tränen nachweinen"
Hätten die anderen Euro-Länder so hohe Anteile an Kreditvergaben in Fremdwährung wie Österreich, wäre der Euro schwer gefährdet und damit die gesamte Wirtschaft des Euroraumes - "der Euro wäre tot", sagt Peter Püspök, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien).
Wäre die Konzentration an Ausleihungen in Yen oder Franken in der gesamten Eurozone so hoch wie in Österreich, würde sich Europa damit nämlich von Japan oder der Schweiz in seinen währungspolitischen Entscheidungen abhängig machen, zur "Marionette" werden.
Fast zur Hälfte österreichische Kunden
Fast die Hälfte aller in der Eurozone aushaftenden Yen-Kredite wurden von Österreichern aufgenommen. Der hohe Anteil Österreichs bei den Fremdwährungskrediten innerhalb der Eurozone sei "kein Ruhmesblatt unserer Finanzmarktkultur", meinte die Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Gertrude Tumpel-Gugerell.
Sie präsentierte heute eine OeNB-Studie über Struktur und Risiken von Fremdwährungskrediten in Österreich. Und sie mahnte zur Vorsicht: "Die Aufnahme von Fremdwährungskrediten ist eine Art von Währungsspekulation und mit einer Reihe von Risiken verbunden, auch für die Banken".
Kreditunwesen soll eingedämmt werden
Es ist schließlich aber "nur" Österreich, wo der Marktanteil etwa an Yen-Krediten ein Vielfaches des Europa-Durchschnitts ausmacht. Und auch das soll sich nun ändern. Die Nationalbank (OeNB) und die Finanzmarktaufsicht haben Überlegungen zur Eindämmung des Fremdwährungskreditbooms in Aussicht gestellt.
Püspök, der seit mehr als drei Jahren vor den auch bei Häuslbauern hierzulande so beliebten, aber riskanten Ausleihungen in Yen, Schweizer Franken & Co warnt, sieht sich als "Vater der Fremdwährungsdiskussion" damit in seiner Position bestätigt. Er prangert den "Glücksspielcharakter" an, zumal kein Mensch verlässlich voraussagen könne, wo sich die Kurse von Währungen hinbewegten.
Hohes Risiko
"Der Kunde sieht die niedrigen Zinsen, und nimmt sich oft nicht die Zeit, die Risiken zu hinterfragen", meinte Andreas Ittner, in der OeNB für Bankenaufsicht zuständig. Oft hätten die Kreditnehmer damit Erfolg, aber es könnte auch relevant in die andere Richtung ausschlagen. Es sei aber schwer, den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg zu finden.
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