OPEC hebt offizielle Förderquote an
- Tatsächliche Förderung sinkt
- Förderung zuletzt fast 3 Mio. Barrel über bisheriger Quote
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat überraschend ihre offizielle Förderquote um 900.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag angehoben. Ab 1. Juni soll die Förderung des Kartells bei 25,4 Mio. Barrel liegen, verkündeten die Minister nach einer dreistündigen Sondersitzung vor Journalisten.
Die tatsächliche Förderung soll dadurch allerdings um 2 Mio. Barrel gesenkt werden, nachdem die Länder des Kartells nach Aussetzung der Förderquoten im Zuge des Irakkrieges im März durchschnittlich 27,4 Mio. Barrel pro Tag und damit fast 3 Mio. Barrel über der bisherigen Quote produziert hatten.
Ölpreis auf Fünfmonatstief
Die überraschende Anhebung Förderquote hat den Ölpreis am späten Donnerstagnachmittag auf ein neues Fünfmonatstief lassen. An der New Yorker Warenbörse Nymex brach der Preis für ein Fass der Sorte Light Crude deutlich um 75 Cent auf 25,90 Dollar ein, den tiefsten Stand seit Mitte November. In London fiel der Fasspreis für die meistgehandelte Nordseesorte Brent (zur Lieferung im Juni) nach Gewinnen im Tagesverlauf am späten Nachmittag um 36 Cent auf 23,90 Dollar.
Die OPEC sieht in ihrem Beschluss allerdings nur einen ersten Schritt. Laut OPEC-Präsident Abdullah bin Hamad al Attijah sollen die Quoten revidiert werden, wenn der Irak seine Förderung wieder aufnehmen sollte. Nach den Worten des saudischen Ölministers Ali Al Naimi, der das mit Abstand wichtigste OPEC-Land vertritt, ist eine weitere Drosselung der Ölförderung beim nächsten Treffen am 11. Juni in Doha (Katar) "sehr, sehr wahrscheinlich". Bei diesem Treffen werde dann auch die Irak-Frage diskutiert werden. Bei den Besprechungen am Donnerstag war das elfte OPEC-Gründungsmitglied - der Irak - nicht am Verhandlungstisch vertreten.
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